Pressemitteilung vom 10.04.2012

Gehört die DDR ins Museum?

Neuer Sammelband zur Darstellung von DDR-Geschichte in Stadt- und Heimatmuseen

Der neu erschienene Band „Die Musealisierung der DDR. Wege, Möglichkeiten und Grenzen der Darstellung von Zeitgeschichte in stadt- und regionalgeschichtlichen Museen“ geht erstmals der Frage nach, wie DDR-Geschichte angemessen, attraktiv und zielgruppenorientiert in regionalen Museen ausgestellt werden kann. Der Band vereint die Vorträge einer Tagung des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Juni 2010. Zugleich dokumentiert er die Diskussionen der anwesenden Museumspraktiker, Zeithistoriker, Kunstwissenschaftler sowie Vertreter der politischen Bildung und bietet so einen facettenreichen Überblick über das Thema.

Behandelt werden Fragen der Einordnung und Bewertung der DDR-Geschichte, des Umgangs mit der Alltagsgeschichte und der DDR-Kunst sowie der Bedeutung der Museen für die politische Bildung und die Entwicklung der regionalen Geschichtskultur. Außerdem stellt der Band verschiedene bestehende und geplante Ausstellungsvorhaben vor.

Ein wichtiger Befund: Die steigende Zahl privat betriebener, kommerzieller DDR-Museen zeigt, dass es ein starkes öffentliches Interesse an diesem Thema gibt – auch wenn diese Ausstellungen den Alltag in der DDR häufig banalisieren. Das Potenzial einer wissenschaftlich fundierten, kritischen und regional spezifischen Darstellung der DDR-Geschichte wird von den stadt- und regionalgeschichtlichen Museen bislang nur selten genutzt. Viele lokalgeschichtliche Ausstellungen sparen bis heute die Zeit nach 1949 aus.

Bundesstiftung Aufarbeitung schreibt Museums-Förderprogramm für 2013 neu aus

Die Bundesstiftung Aufarbeitung hat bereits 2008 erstmals das Förderprogramm „Die Geschichte der DDR und der deutschen Teilung in stadt- und regionalgeschichtlichen Museen“ aufgelegt, das auch für das Förderjahr 2013 neu ausgeschrieben wurde. Das Programm soll Stadt- und Heimatmuseen in Ostdeutschland dazu ermuntern, ihre Dauerausstellungen auf die Zeit der SED-Diktatur zu erweitern. Anträge auf Projektförderung bis zu 25.000 Euro können bei der Bundesstiftung bis zum 31. August 2012 eingereicht werden. Weitere Informationen zum Förderprogramm der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich unter:
www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/foerderschwerpunkt-1139.html

Katrin Hammerstein, Jan Scheunemann (Hrsg.): Die Musealisierung der DDR. Wege, Möglichkeiten und Grenzen der Darstellung von Zeitgeschichte in stadt- und regionalgeschichtlichen Museen.
Metropol Verlag, Berlin 2012. 22,- EUR (334 Seiten) ISBN: 978-3-86331-048-6

Rezensionsexemplare können beim Metropol Verlag angefordert werden: Friedrich Veitl, Telefon: 030 23 00 46 23, E-Mail.

Weitere Informationen erhalten Sie von
Tilman Günther, Pressesprecher der Bundesstiftung Aufarbeitung, Telefon: 030 31 98 95 225 oder E-Mail.