Pressemitteilung vom 14.05.2012

Konferenz von Helsinki – Aufwertung der DDR oder Stärkung der Opposition?

Podiumsgespräch zur Bedeutung des KSZE-Prozesses im Rahmen der Reihe „2x Deutschland“

Mit dem Podiumsgespräch „Entspannung und Abrüstung im Kalten Krieg“ fragt die Bundesstiftung Aufarbeitung am Dienstag, 15. Mai gemeinsam mit dem Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und der Deutschen Gesellschaft e.V. nach der Bedeutung der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und ihre Auswirkungen auf die innenpolitische Situation in Ost und West.

Die Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte durch die DDR im August 1975 war ein Meilenstein der Entspannungspolitik im Ost-West-Konflikt. Die SED-Führung versprach sich eine stärkere internationale Anerkennung, musste aber zugleich die Wahrung der Menschenrechte und Grundfreiheiten verbürgen. Obwohl diese in der DDR nicht gewährt wurden, beriefen sich Oppositionsgruppen und unzufriedene Bürger in der Folge gegenüber der sozialistischen Obrigkeit auf die humanitären und menschenrechtlichen Verpflichtungen und waren dafür Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt.

Auf dem Podium sprechen der Botschaftsgesandte der Republik Polen Andrzej Szynka, der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum, der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Vorstand der Bundesstiftung Aufarbeitung Gerd Poppe und der Historiker Professor Rolf Steininger über den KSZE-Prozess und die bahnbrechenden Folgen. Die Veranstaltung geht insbesondere der Frage nach, wie sich die Vereinbarungen der KSZE auf die Gesellschaften in der DDR und Osteuropa sowie auf die innerdeutschen Beziehungen ausgewirkt haben. Die Veranstaltung wird moderiert vom Chefredakteur von Deutschlandradio Kultur Peter Lange.

Datum: 15. Mai 2012
Uhrzeit: 18 Uhr
Mitveranstalter: Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, Deutsche Gesellschaft e.V.
Ort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der achtteiligen Reihe „2x Deutschland“. Im Gespräch mit Wissenschaftlern, Politikern und Zeitzeugen wird danach gefragt, wie sich die Deutschen mit dem Status quo des geteilten Landes arrangierten, welche Ereignisse zur innerdeutschen Annäherung beitrugen, wie die internationale Politik das Geschehen in Deutschland beeinflusste und welche Folgen bis heute zu spüren sind. Die nächste Veranstaltung der Reihe zu den Ereignissen in Berlin 1987 mit dem doppelten Stadtjubiläum und dem Besuch des US-Präsidenten Ronald Reagan findet am Dienstag, 5. Juni 2012 statt.
Weitere Informationen zu Veranstaltungsreihe „2x Deutschland“ finden Sie hier: http://www.stiftung-aufarbeitung.de/uploads/2012-pdf/2xdeutschland_reihe.pdf

Weitere Informationen erhalten Sie von
Tilman Günther, Pressesprecher der Bundesstiftung Aufarbeitung, Telefon: 030 31 98 95 225 oder E-Mail.