Pressemitteilung vom 16.05.2012

Vortrag über die Mechanismen der Anpassung im Alltag der SED-Diktatur

Professorin Mary Beth Stein präsentiert Forschungsergebnisse zur Anpassung in der DDR

Professorin Mary Beth Stein von der George Washington University in Washington D. C. präsentiert unter dem Titel „Angepasst aus Angst – oder an die Angst?“ erste Ergebnisse ihrer aktuellen Studie. Sie forscht zu den Lebenswirklichkeiten der SED-Diktatur und zu den Mechanismen und Strategien der Anpassung. Grundlage sind die Lebensläufe von rund 75 Personen, die sie im Rahmen eines seit 2000 laufenden Interviewprojektes befragt hat. Die umfangreichen Interviews geben Einblicke in die Vielfalt der menschlichen Verhaltensweisen, die letztlich zur inneren Stabilität des DDR-Regimes beigetragen haben. Wie und warum passten sich Menschen an? Wie erinnern sie diese Prozesse im Abstand von mehr als zwei Jahrzehnten? Anhand von ausgewählten Lebensgeschichten wird die Reflexion ehemaliger DDR-Bürger über den DDR-Alltag und ihr damaliges Denken und Handeln in der sozialistischen Diktatur analysiert.

Lange standen die Opfer und Funktionsträger des DDR-Regimes im Mittelpunkt der historischen Betrachtungen. Beide Gruppen repräsentieren jedoch nur kleine Teile der einstigen DDR-Bevölkerung. Der Alltag der Mehrheit der DDR-Bürger war von Anpassung und Arrangement bestimmt. Die Menschen bewegten sich dabei im Spannungsfeld zwischen moralischer Schwäche und kluger Überlebensstrategie.

Der Vortrag ist der dritte Teil der Veranstaltungsreihe „Leben in der DDR zwischen Anpassung, Arrangement und Verweigerung“. Mit dieser Reihe geht die Bundesstiftung Aufarbeitung der Frage nach den Mechanismen von Anpassung und Mitmachen nach. Auch die Grenzen der Anpassung und des Stillhaltens in den zugewiesenen Grenzen werden ausgelotet.

Datum: 21. Mai 2012
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Ort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin
Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.


Weitere Informationen erhalten Sie von
Tilman Günther, Pressesprecher der Bundesstiftung Aufarbeitung
Fon: 030 31 98 95 225, E-Mail.