Pressemitteilung vom 21.05.2012

Podiumsgespräch: 60 Jahre „Aktion Ungeziefer“

1952 wurden tausende DDR-Bürger aus ihrer Heimat an der innerdeutschen Grenze deportiert

An die Zwangsaussiedlung an der Westgrenze der DDR vor 60 Jahren erinnern die Bundesstiftung Aufarbeitung und die Stiftung Berliner Mauer mit einer Podiumsveranstaltung am 24. Mai. Im Mai 1952 riegelte das SED-Regime die innerdeutsche Grenze ab, eine fünf Kilometer breite Sperrzone mit Stacheldrahtzäunen und Schlagbäumen wurde geschaffen. Teil dieser sogenannten Sicherungsmaßnahmen war eine erste Welle von Zwangsaussiedlungen in den grenznahen Gebieten der DDR. Unter dem Decknamen „Aktion Ungeziefer“ wurden rund 8.400 als „politisch unzuverlässig“ eingestufte Personen innerhalb weniger Stunden aus ihrer Heimat deportiert.

Viele der Betroffenen leiden noch heute an der Erinnerung an die Zwangsaussiedlung, die ihr Leben schlagartig gravierend veränderte. Die Veranstaltung widmet sich den damaligen Ereignissen und besonders den Opfern der Zwangsaussiedlungen. Auf dem Podium sprechen zwei Zeitzeugen über ihre Erinnerungen an den Frühsommer 1952. Emilia Hoffmann (angefragt) wurde aus dem Eichsfeld zwangsausgesiedelt, Eugen Meyer erlebte als Kind die Zwangsaussiedlungen in Sülzhayn in Thüringen. Rainer Potratz, Referent bei der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, führt mit einem Vortrag in das Thema ein. Das Gespräch wird moderiert von Kay Kufeke (Gedenkstätte Berliner Mauer).

Datum: 24. Mai 2012
Uhrzeit: 19 Uhr
Mitveranstalter: Stiftung Berliner Mauer
Ort: Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 119, 13355 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen erhalten Sie von
Tilman Günther, Pressesprecher der Bundesstiftung Aufarbeitung
Fon: 030 31 98 95 225, E-Mail.