Pressemitteilung vom 02.10.2013

Stuttgart: Anschlag auf Ausstellung zur Aufarbeitung der DDR-Diktatur

Auf die Ausstellung „Die heile Welt der Diktatur? Herrschaft und Alltag in der DDR“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ist gestern in Stuttgart ein Anschlag verübt worden. Der lernort gedenkstätte und das Jugendhaus Mitte wollten die Ausstellung am 2. und 3. Oktober zum Tag der Deutschen Einheit zeigen. Unbekannte Vermummte drangen am 1. Oktober gegen 22 Uhr in das Jugendhaus Mitte in Stuttgart ein. Sie rissen 14 der 20 Ausstellungstafeln von den Wänden und entwendeten sie. Zu dem offenbar politisch motivierten Überfall bekannte sich eine örtliche Gruppierung, die dem linksextremen Spektrum zugeordnet wird. Die Stuttgarter Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Die Geschäftsführerin Anna Kaminsky der Bundesstiftung Aufarbeitung verurteilt diesen gewaltsamen Akt: „Kontroversen sind in der historisch-politischen Bildungsarbeit notwendig und erwünscht, aber die Debatten können nur auf einem demokratischen Weg erfolgen. Niemand darf daran gehindert werden, sich ein selbständiges Urteil zu bilden. Wenn es im Unterricht oder in anderen Lernsituationen zu Kontroversen und Konflikten kommt, müssen diese stets gewaltfrei gelöst werden. Gerade Jugendhäuser leisten hier eine ausgesprochen wichtige Arbeit. Die Bundesstiftung Aufarbeitung wird die bislang erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus Mitte in Stuttgart weiterhin fortsetzen und dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz.“