Pressemitteilung vom 08.11.2016

Bundesstiftung Aufarbeitung erinnert an Friedliche Revolution und Mauerfall

Umfrage zeigt, dass 70 Prozent der Deutschen den 9. November als Tag des Mauerfalls kennen

Zum 9. November erinnert die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur an den Fall der Berliner Mauer 1989, mit dem die Menschen in der DDR die Grenzen öffneten und den Weg zur deutschen Einheit frei machten.

Sieben von zehn Deutschen kennen heute den 9. November 1989 als das markanteste Datum der Friedlichen Revolution, das ergab eine repräsentative Umfrage der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gemeinsam mit dem Umfrageinstitut Kantar Emnid. Danach konnten 71 Prozent der Befragten den 9. November dem Fall der Berliner Mauer 1989 zuordnen. „Gegenüber unserer früheren Umfrage von 2014 sind die Werte sogar noch einmal leicht gestiegen. Damals standen wir kurz vor dem 25. Jahrestag, der mit vielen Medienberichten begleitet wurde. Dass so viele Menschen den Tag des Mauerfalls kennen, ohne dass sie unmittelbar davon gehört haben, sehen wir als ein positives Ergebnis an“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky. Zugleich habe die Umfrage aber auch Unkenntnis bei immerhin fast 30 Prozent der Befragten gezeigt. „Hier gibt es noch viel zu tun, insbesondere für die zukünftige Bildungsarbeit“, sagte Anna Kaminsky.

260 Jugendliche bei Zeitzeugenworkshop zur Friedlichen Revolution in Hamburg

Wie eine verstärkte Auseinandersetzung mit der Geschichte von deutscher Teilung und Friedlicher Revolution aussehen kann, zeigt ein Zeitzeugenworkshop am 11. November in Hamburg, den die Bundesstiftung Aufarbeitung gemeinsam mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg organisiert. 260 Schülerinnen und Schüler von 12 Hamburger Schulen setzen sich einen Tag lang mit den Erlebnissen verschiedener Zeitzeugen aus dem Herbst 1989 auseinander und erfahren so aus erster Hand von der Zeit des Mauerfalls, der Selbstdemokratisierung der DDR und der deutschen Einheit. Damit können in der Bildungsarbeit wichtige Impulse zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Geschichte gesetzt werden.

Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November 1938

Zum Gedenktag 9. November erinnerte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung zugleich an ein weiteres zentrales Ereignis der deutschen Geschichte: „Die Erinnerung an den glücklichen 9. November 1989 sollte uns nicht vergessen lassen, dass mit diesem Datum in der deutschen Geschichte schwere Verbrechen und Schuld verbunden sind“, sagte Anna Kaminsky. Am 9. November 1938 zerstörten SA- und SS-Mannschaften in der Reichspogromnacht zahllose Synagogen in Deutschland, jüdische Geschäfte wurden verwüstet und tausende deutsche Juden in Lager und Gefängnisse verschleppt, misshandelt und getötet.