Pressemitteilung vom 07.11.2017

„Schicksalstag“ 9. November: Bundesstiftung Aufarbeitung erinnert an Mauerfall und Reichspogromnacht

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erinnert zum 9. November an den Fall der Berliner Mauer 1989, der zum Symbol für den Freiheitswillen der Menschen in der DDR wurde. „Mit dem Mauerfall war das Ende der kommunistischen Diktatur in der DDR besiegelt. Der 9. November 1989 ist ohne Frage einer der glücklichsten Tage der deutschen Geschichte“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky. „Doch bei aller Freude über den Mauerfall, darf über den Bildern von auf der Mauer tanzenden Menschen nicht vergessen werden, dass Hunderttausende Menschen aus politischen Gründen verfolgt und inhaftiert wurden. Viele Opfer leiden bis heute unter den Folgen. Der Tag des Mauerfalls sollte auch der Erinnerung an die Opfer gerecht werden.“

Die Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938 ist untrennbar mit dem 9. November verbunden

Neben dem Mauerfall 1989 vereint der Gedenktag 9. November weitere zentrale historische Ereignisse des 20. Jahrhunderts: An diesem Datum rief Philipp Scheidemann 1918 in Berlin die erste Republik aus, während zugleich die späteren Kommunisten unter Karl Liebknecht nach der Macht griffen. 20 Jahre später brannten am 9. November 1938 in Deutschland die Synagogen. In der von den Nationalsozialisten konzertierten Reichspogromnacht wurden Tausende Juden in aller Öffentlichkeit misshandelt, verhaftet, getötet und beraubt. Die seit 1933 in Deutschland herrschende antisemitische Politik der Nationalsozialisten hatte damit endgültig den Weg beschritten hin zur Millionenfachen Ermordung der europäischen Juden im Holocaust.