Pressemitteilung vom 29.11.2017

Mehr als 230.000 Fotografien von Harald Hauswald werden digital erhalten

Bundesstiftung Aufarbeitung finanziert die Sicherung des einzigartigen Bestands mit 200.000 Euro
Mehr als 230.000 Aufnahmen des bekannten DDR-Fotografen Harald Hauswald wird der Ostkreuz-Verein für Fotografie bis 2019 konservatorisch sichern und digitalisieren. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur beteiligt sich mit 200.000 Euro an dem gemeinsamen Vorhaben, durch das eine große Zahl bisher unveröffentlichter Bilder aus der DDR und der Umbruchsphase bis zur deutschen Einheit langfristig erhalten und öffentlich zur Verfügung gestellt werden können.
Die Fotografien Harald Hauswalds sind einzigartige Zeugnisse des Alltagslebens in der DDR, insbesondere der Entwicklung des Ostberliner Stadtraums und des Wirkens oppositioneller Gruppen, von Künstlerinnen und Künstlern sowie verschiedenen Jugendkulturen. Bis 2020 werden mehr als 6.000 bekannte und unbekannte Aufnahmen Hauswalds über das Bildarchiv der Bundesstiftung Aufarbeitung dauerhaft kostenlos für die Bildungsarbeit zur Verfügung gestellt. Die kommerzielle Nutzung der Bilder wird weiterhin über die Agentur Ostkreuz (www.ostkreuz.de) vermittelt.

Harald Hauswald – Chronist des Alltags in der DDR
Der Fotograf Harald Hauswald, geboren 1954 in Radebeul, wurde für sein politisches Engagement und sein künstlerisches Schaffen mehrfach ausgezeichnet. Er ist Gründungsmitglied der Agentur OSTKREUZ und gehört zu den herausragenden Fotografen der DDR sowie des vereinten Deutschlands. Seit Mitte der 1970er Jahre hält Hauswald das Leben in seiner Umgebung mit all seinen Widersprüchlichkeiten fest und beweist dabei großen Humor und einmaliges Gespür für Bildkompositionen. Ab den 1980er Jahren publizierte Hauswald seine Aufnahmen in bedeutenden Westmedien. Die veröffentlichten Fotografien machen jedoch nur ein Siebtel des gesamten Bildarchives aus. Bis Ende 2019 wird nun nachgeholt, was Hauswald zu DDR-Zeiten wegen zahlreicher Hausdurchsuchungen und Beschattungen vermied: Die zwischen 1974 und 1990 vor allem in Ost-Berlin entstandenen Negative werden archiviert, datiert und vom Fotografen selbst kontextualisiert.

„Voll der Osten“: Hauswald-Ausstellung erscheint bereits 2018
Bereits 2018 wird die Ausstellung „Voll der Osten“ mit über 100 bekannten und unbekannten Fotos von Harald Hauswald über das Leben in der DDR erzählen. Die Texte der von der Agentur Ostkreuz und der Bundesstiftung Aufarbeitung herausgegebenen Ausstellung stammen von dem Historiker und Buchautor Stefan Wolle, der wie der Fotograf selbst in der DDR aufgewachsen ist. Die Schau steht ab Februar 2018 als Poster-Set im Format DIN A1 für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zur Verfügung und kann bereits jetzt vorbestellt werden. „Voll der Osten“ ist das ideale Medium, um in Schulen und an öffentlichen Orten – etwa in den Foyers von Rathäusern, in Volkshochschulen, Stadtbibliotheken oder Kirchen – dazu einzuladen, den Alltag in der DDR der achtziger Jahre kennen zu lernen.
Weiter Informationen zur Ausstellung unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/vollderosten

PRESSEBILDER
Sie finden hier eine Übersicht der Pressebilder [1,2 MB] zum Archivierungsprojekt.
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