Pressemitteilung vom 08.12.2017

Internationaler Tag der Menschenrechte: Eröffnung einer Ausstellung zum Thema Haftzwangsarbeit 1939 - 1989 im Menschenrechtszentrum Cottbus

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2017 wird die neue Dauerausstellung „Haft – Zwang – Arbeit im Zuchthaus Cottbus 1933 – 1989“ im Menschenrechtszentrum Cottbus eröffnet. Die von der Bundesstiftung Aufarbeitung geförderte Schau macht in der Gedenkstätte am ehemaligen Haftort auf das Schicksal politischer Gefangener aufmerksam, die im Nationalsozialismus und in der kommunistischen Diktatur in der DDR während der Haft Zwangsarbeit leisten mussten. Historische Objekte aus der jeweiligen Epoche und Zeitzeugeninterviews geben bewegende Einblicke in den Arbeitsalltag und die Bedingungen der Haftzwangsarbeit, zu denen drastische Disziplinarmaßnahmen gehörten. Die Ausstellung gibt auch einen Einblick in die Haft- und Arbeitsbedingungen der Gegenwart. So wird am Beispiel des Haftlagersystems in der Volksrepublik China deutlich gemacht, dass die Repression und Ausbeutung von Menschen, die aus politischen, religiösen und ethnischen Gründen in Haft sind, bis heute in vielen Ländern grausame Realität ist.

Erleichterungen bei der Anerkennung gesundheitlicher Folgeschäden endlich umsetzen

Viele ehemalige Häftlinge aus der DDR klagen bis heute über die gesundheitlichen Schäden, unter denen sie in Folge der Haft und der geleisteten Zwangsarbeit leiden. „Es gibt viele Gründe, aus denen Opfer politischer Haft und Verfolgung die gesetzlichen Möglichkeiten noch nicht in Anspruch nehmen konnten. Manche Betroffenen haben das Erlittene verdrängt, sind traumatisiert und brauchen mehr Zeit für die persönliche Auseinandersetzung“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky. Die Stiftung setzt sich deshalb für die Aufhebung der bis Ende 2019 laufenden Frist zur Rehabilitierung ein. Damit verbunden ist auch die Forderung, die Beweislast bei der Anerkennung gesundheitlicher Folgeschäden umzukehren. Bislang müssen Betroffene nachweisen können, dass erlittene Schäden unmittelbare Folgen von Haft und Verfolgung sind. Eine Umkehr der Beweislast würde es den Betroffenen deshalb sehr erleichtern, ihre Ansprüche geltend zu machen.