Pressemitteilung vom 21.12.2017

Bundesstiftung Aufarbeitung fördert 2018 bundesweit 159 Projekte

2,65 Mio. Euro fließen in die Auseinandersetzung mit den kommunistischen Diktaturen

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt im Jahr 2018 bundesweit 159 Projekte zur Diktaturaufarbeitung mit rund 2,65 Millionen Euro. Dazu zählen Archivprojekte, Dokumentarfilme, Publikationen, Ausstellungen sowie Tagungen und Bildungsmaterialien. Die Arbeit der Verbände der Opfer der SED-Diktatur wird mit 219.000 Euro gefördert. Für die Unterstützung der Beratung von Opfern wendet die Stiftung 83.000 Euro im Rahmen der Beratungsoffensive auf.

1968: 50 Jahre Aufbruch in Europa

Die weitreichenden historischen Ereignisse des Jahres 1968 bieten 50 Jahre später eine Vielzahl von Themen für Projekte. Neben den Studentenprotesten in Westeuropa und den USA war es vor allem der Versuch einer Liberalisierung kommunistischer Herrschaft im „Prager Frühling“ und dessen Niederschlagung durch die Truppen des Warschauer Pakts, an die in zahlreichen geförderten Vorhaben erinnert wird. Neun Projekte zum Jahr 1968 werden mit insgesamt rund 165.000 Euro gefördert. Die Deutsche Gesellschaft plant eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „1968 – gesellschaftlicher Wandel in Ost und West“ sowie eine wissenschaftliche Tagung zu 1968 als weltpolitischer Zäsur. Das Martin-Luther-King-Zentrum für Gewaltfreiheit und Zivilcourage im sächsischen Werdau erarbeitet die Ausstellung „Wind of Change“, die sich mit der Bedeutung des Jahres 1968 für die Entwicklung der Opposition in der DDR auseinandersetzt.

Fast 500.000 Euro für die Bildungsarbeit

Auch 2018 werden Vorhaben der Bildungsarbeit, die sich vor allem an Jugendliche richten, eine wichtige Rolle spielen. Für 18 Projekte werden insgesamt rund 492.000 Euro zur Verfügung gestellt. Gefördert werden etwa Veranstaltungsformate, die Meinungsfreiheit im Spiegel historischer Erfahrungen behandeln oder die Geschichte von Flucht und Vertreibung angesichts aktueller Flüchtlingspolitik in den Blick nehmen. Hinzu kommen Planspiele und weitere didaktische Materialien, die für Grundschüler entwickelt werden. Passend zur Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland nimmt etwa ein Projekt der Berliner Kooperative das Verhältnis von Sport und Macht in autokratischen und diktatorischen Systemen und bereitet die Erkenntnisse für den Geschichts- und Politikunterricht auf.

Alle Förderprojekte im Überblick finden Sie hier. [170 KB]