Pressemitteilung vom 02.08.2018

Tag des Mauerbaus: Checkpoint Charlie muss Erinnerungsort bleiben

Podiumsdiskussion zur internationalen Grenzsicherung der Ostblockstaaten am 9. August

Zum Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 1961 erinnert die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur an die zahlreichen Opfer der deutschen Teilung. „Viele Hundert Menschen mussten ihre Fluchtversuche mit ihrem Leben, ihrer Gesundheit oder Freiheit zahlen, weil die Machthaber in der DDR die Menschen nur mit Gewalt im Land halten konnten“, erklärte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky. Fast 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer sei es heute wichtiger denn je, die Erinnerung an das historische Unrecht der Teilung im Stadtbild lebendig zu halten. „Was für die East Side Gallery gilt, sollte auch für den Checkpoint Charlie gelten: Die wenigen verbliebenen Zeugnisse der Teilung Berlins müssen erhalten werden. Dabei sollten Erinnerungsorte geschaffen werden, die mehr sind als reine Touristenmagnete. Wir setzen uns ein für einen Ort, an dem sich jeder über die Geschichte der deutschen Teilung und Einheit informieren kann“; sagte Anna Kaminsky angesichts der aktuellen Diskussionen über die Entwicklung des Areals um den ehemaligen Grenzübergang.

Nicht nur an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze versuchten auch nach dem 13. August 1961 Zehntausende Menschen aus der DDR zu fliehen. Durch das immer weiter perfektionierte Grenzregime der DDR wichen viele auf andere Staaten des Ostblocks aus, wo sie auf nachgiebigere Kontrollen und geringere Strafen hofften. Anlässlich des 57. Jahrestags des Mauerbaus diskutieren Experten und Zeitzeugen in einer gemeinsamen Veranstaltung der Stiftung Berliner Mauer und der Bundesstiftung Aufarbeitung am 9. August über die Fluchtrouten am Eisernen Vorhang. Im Mittelpunkt stehen die Erinnerungen von Zeitzeugen an ihre Fluchtversuche über die Tschechoslowakei und Ungarn, über Bulgarien und Jugoslawien in den Jahren 1981 bis 1983. Nach einem Vortrag des Historikers Dr. Christopher Nehring, Leiter Forschung im Deutschen Spionagemuseum Berlin, sprechen die Zeitzeugen Peter Keup und Thomas von Grumbkow über ihre Erfahrungen. Das Gespräch wird moderiert von Sarah Bornhorst (Stiftung Berliner Mauer).

Vortrag und Zeitzeugengespräch: Die verlängerte Mauer. Fluchtversuche am Eisernen Vorhang
Datum: 09. August 2018
Uhrzeit: 18:30 Uhr
Gedenkstätte Berliner Mauer | Besucherzentrum, Bernauer Straße 119, 13355
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.