Pressemitteilung vom 08.11.2018

Filmpremiere: Splitter im Kopf – Hafterfahrungen in der DDR

Dokumentarfilm zu den Spätfolgen politischer Verfolgung wird am 13. November erstmals gezeigt

Bei vielen Betroffenen haben politische Haft und Verfolgung in der DDR schwere psychische und physische Folgen hinterlassen. Die Dokumentation „Splitter im Kopf“ von Jürgen Haase und Angela Henkel, die am 13. November erstmals gezeigt wird, lässt vier Menschen zu Wort kommen, die aus politischen Gründen inhaftiert und interniert wurden: Die Fotografin Katrin Büchel, der Arzt und Liedermacher Karl-Heinz Bomberg, der Schriftsteller Siegmar Faust und der KfZ-Mechaniker Thomas Hannemann schildern ihre Erfahrungen in der Haft und deren Folgen. Von heute auf morgen wurde ihr Leben auf den Kopf gestellt, sie verloren ihre Familien, ihre wirtschaftliche und soziale Existenz. Sie berichten über die Methoden der physischen und psychischen Repression und deren Folgen: Depressionen, Klaustrophobien, Misstrauen und psychosomatische Störungen. Trotz jahrelanger Versuche, in ein „normales“ Leben zurückzufinden, leiden sie bis heute unter den Spätfolgen ihrer Traumatisierung. Stellvertretend stehen die Protagonisten für Zehntausende Betroffene, die in den 17 Stasi-Untersuchungsgefängnissen und über 70 Jugendwerkhöfen in der DDR interniert waren.

Nach dem Film sprechen die Schriftstellerin Grit Poppe und der Psychoanalytiker Stefan Trobisch-Lütge von der Beratungsstelle Gegenwind über den Umgang mit Traumatisierungen durch politische Verfolgung und Haft. Moderiert wird das Gespräch von Professor Jürgen Haase (Wihelm-Fraenger-Institut).

Der Film wird am 25. November um 22:50 Uhr im Programm des Rundfunk Berlin-Brandenburg erstmals ausgestrahlt. Die Dokumentation von Jürgen Haase und Angela Henkel wurde gemeinsam mit dem RBB produziert sowie mit Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung gefördert.

Filmpremiere: Splitter im Kopf – Hafterfahrungen in der DDR
Veranstalter: Wilhelm-Fraenger-Institut, Rundfunk Berlin-Brandenburg, Stiftung Berliner Mauer, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
13. November 2018 | 18 Uhr
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur | Kronenstraße 5 | 10117 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.