Pressemitteilung vom 30.10.2019

Neue Ausstellung in St. Petersburg erinnert an die Repression in der Sowjetunion

Am 30. Oktober, dem Gedenktag für die Opfer der politischen Repressionen in Russland, wird in der St.-Petri-Kirche in Sankt Petersburg eine neue Ausstellung zur Geschichte der Repression gegenüber den Kirchen und der Verfolgung der Gläubigen in der Sowjetunion eröffnet. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat die Erarbeitung der dreisprachigen Ausstellung des Hamburger Zentrums für Mission und Ökumene „Nordkirche weltweit“ im Rahmen ihrer Projektförderung unterstützt. Der Ratsvorsitzende der Bundesstiftung Aufarbeitung Markus Meckel erklärte vor der Eröffnung: „Die neue Ausstellung ist ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur an das schwere politische Unrecht in der Sowjetunion. In einer Zeit, in der Stalin in Russland wieder zunehmend salonfähig wird und die stalinistischen Verbrechen vergessen werden sollen, muss stärker auf die Opfer der Terrorherrschaft hingewiesen werden. Von diesen Verbrechen war im Lauf der Jahrzehnte fast jede Familie in der Sowjetunion betroffen. Bis heute gibt es kaum ein systematisches Erinnern daran.“

Die St.-Petri-Kirche in St. Petersburg ist die größte lutherische Kirche Russlands. Sie wurde 1938 geschlossen und zunächst als Lager, später als Schwimmbad zweckentfremdet. Nach der Rückgabe an die Evangelisch-Lutherische Kirche Russlands 1993 ist sie heute wieder Bischofskirche.