Pressemitteilung vom 09.09.2014

„Die Kraft des Wortes“: Die evangelische Kirche 1989 und heute

Podiumsdiskussion über die Rolle der Kirche vor, in und nach der Friedlichen Revolution

Mit der Veranstaltung „Die Kraft des Wortes“ wird am 16. September die christliche Opposition in der DDR und ihre Bedeutung für die Friedliche Revolution 1989 gewürdigt sowie die Rolle der evangelischen Kirche in der DDR diskutiert werden. Zugleich soll danach gefragt werden, welche Verpflichtungen aus dem historischen Verdienst für die Kirchen heute erwachsen.

Die evangelische Kirche bot im Vorfeld der Friedlichen Revolution 1989 einer heterogenen Opposition Schutz- und Freiräume. Evangelische Christen und Pfarrer spielten in den 1980er Jahren eine bedeutende Rolle in der Demokratiebewegung der DDR. Zugleich bemühten sich leitende Gremien der Kirche oft um möglichst konfliktfreie Beziehungen zum SED-Staat, um die ohnehin schmalen Freiräume innerhalb der DDR zu sichern. Dennoch waren die kirchlichen Friedensgebete Ursprung des öffentlichen, gewaltfreien Protests in der DDR im Herbst 1989, bei dem die christlichen Oppositionellen führende Rollen einnahmen. Auch nach dem Mauerfall und dem Sturz der SED-Herrscher übernahmen viele von ihnen Schlüsselfunktionen bei der Demokratisierung der DDR in den neu gegründeten Parteien und an den Runden Tischen.

Nach einem Einführungsvortrag von Generalsuperintendent i.R. Martin-Michael Passauer findet zunächst ein Zeitzeugengespräch statt. Von ihren Erlebnissen und Erfahrungen in und mit der kirchlichen Opposition in der DDR berichten Almuth Berger, Pfarrerin i.R. sowie Mitbegründerin von „Frauen für den Frieden“ und „Demokratie Jetzt“, der ehemalige Bischof der Kirchenprovinz Sachsen, Christoph Demke, sowie Christian Halbrock, Mitbegründer der Berliner Umwelt-Bibliothek.

Im anschließenden Podiumsgespräch wird die Rolle der evangelischen Kirche 1989 und heute thematisiert. Es diskutieren neben Martin-Michael Passauer Jasmin El-Manhy, Vikarin der Heilig-Kreuz-Passion-Gemeinde zu Berlin, der ehemalige Bischof und Ratsvorsitzende der EKD, Wolfgang Huber, und Barbara Rinke, ehemalige Präses der EKD-Synode. Das Gespräch wird moderiert von Jacqueline Boysen (Evangelische Akademie zu Berlin).

Podiumsdiskussion: Die Kraft des Wortes. Die evangelische Kirche 1989 und heute
Veranstalter: Evangelische Akademie zu Berlin, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED- Diktatur
Datum: Dienstag, 16. September 2014
Uhrzeit: 18 Uhr
Ort: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur | Kronenstraße 5 | 10117 Berlin-Mitte

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.