Repression und Haft

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Für Mick Jagger in den Knast

Für Mick Jagger in den Knast

Eine Produktion von Karoline Kleinert und Reinhard Joksch. Eine Co-Produktion der Vidicon GmbH und des MDR. Hrsg. von der Bundesstfitung Aufarbeitung, Berlin 2006. Mit umfangreichem Begleitmaterial für die Schule. (2. Auflage 2010)

Berlin, 7. Oktober 1969. Die DDR feiert ihren 20. Geburtstag. Für viele Jugendliche ist dieser Tag jedoch aus ganz anderem Grund ein Tag zum Feiern: Die Rolling Stones sollen an diesem Tag auf dem Dach des Westberliner Springer-Hochhauses ein Konzert geben. Dies hatte ein RIAS-Moderator in seiner Sendung am 20. September 1969 verkündet. Natürlich erhalten auch Polizei und Staatssicherheit bald von diesem möglichen Ereignis Kenntnis und wollen um jeden Preis verhindern, dass der Glanz der Jubiläumsfeier durch langhaarige Beat-Fans in der Nähe der Staatsgrenze getrübt wird.

Am Geburtstag der DDR sind dann Hunderttausende zum Festumzug auf den Straßen in Berlin. Einige Hundert davon sind Rolling Stones-Fans und auf dem Weg in Richtung Spittelmarkt, um von dort aus das Springer-Haus im Westen zu beobachten. Wann kommen die Stones? Wird man überhaupt etwas sehen und hören können?

Die DDR-Volkspolizei ist nervös und versucht die Beat-Fans abzudrängen. Als dies nicht zum gewünschten Ergebnis führt, verhaftet sie bis zum Abend rund 120 Jugendliche. Einige von ihnen werden kurze Zeit später wieder frei gelassen, andere bleiben monatelang in Haft – mit konstruierten Haftgründen.

Die Rolling Stones selbst haben von all dem nie etwas erfahren. Der RIAS-Moderator, der in seiner Sendung das Gerücht über das bevorstehende Konzert in die Welt setzte, hatte nicht damit gerechnet, dass irgendjemand diesen Scherz ernst nehmen würde. Doch das Gerücht – einmal in der Welt – ließ sich nicht mehr ausräumen.

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