Rückschau: 50. und 60. Jahrestag

Am 17. Juni 1953 demonstrierten mehr als eine Million Menschen in der DDR für Einheit, Freiheit und Demokratie. Der Aufstand zählt zu den herausragenden Ereignissen der deutschen Geschichte. Er fand seine Vollendung im Herbst 1989 als die friedliche Revolution die SED-Diktatur überwand und den Weg zur deutschen Einheit ebnete. An dieser Stelle finden Sie eine Rückschau zum 50. und 60. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR.

60. Jahrestag des Volksaufstands 2013

Eine Nachlese der Veranstaltungen, die die Bundesstiftung Aufarbeitung zum 60. Jahrestag des Volksaufstandes veranstaltete und förderte, finden Sie hier.

Wir wollen freie Menschen sein!
Zwanzig großformatige Plakate erzählen die Geschichte des DDR-Volksaufstandes vom 17. Juni 1953. In jenen Tagen gingen eine Million Menschen in mehr als 700 Städten und Gemeinden in der DDR auf die Straße. Was als sozialer Protest begann, entwickelte sich rasch zur politischen Manifestation: Der massenhafte Ruf nach Freiheit, Demokratie und deutscher Einheit ließ die SED-Diktatur de facto kapitulieren. Es waren sowjetische Panzer, die den Aufstand ab dem 17. Juni 1953 alsbald im Keime erstickten.

Die Ausstellung schildert die Vorgeschichte des Aufstandes. Sie zeigt auf, wie der Protest Berliner Bauarbeiter zum Auslöser republikweiter Massendemonstrationen wurde, die für die unterschiedlichen Regionen der DDR geschildert und illustriert werden. Weitere Plakate widmen sich der Niederschlagung des Aufstandes und seiner Opfer. Ausführlich werden die Folgen der Erhebung für die SED-Diktatur, die Reaktionen des Westens sowie die Erinnerung an den Aufstand von den 1950er Jahren bis in die Gegenwart beschrieben.

geschichts-codes 2013
Mit ihrem neunten künstlerischen Wettbewerb geschichtscodes 2013: Entwurf für ein Denkmal für die Opfer der lud die Bundesstiftung Aufarbeitung im Jahr 2013 Studierende dazu ein, Entwürfe für ein Denkmal für die Opfer der kommunistischen Diktatur in der SBZ und DDR zu gestalten und einzureichen.
Die Entwürfe sollten ein Denkmal abbilden, mit welchem dem Erinnern an die Opfer der kommunistischen Diktatur einen Ort gegeben werden kann, um damit auch den Widerstand in der SBZ und DDR zu würdigen und ein Zeichen für die Zivilcourage der Menschen zu setzen, die sich zu unterschiedlichen Zeiten um den Preis der eigenen Freiheit oder gar des Lebens für Freiheit und Demokratie eingesetzt haben.

1. Preis: Entwurf von Christian Lohre (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig) und Johannes Buchner (Bauhaus Universität Weimar)
2. Preis: Entwurf von Sebastian Sowa (TU München)
3. Preis: Entwurf von Carolin Rachel (TU Berlin)

 

Journalistenfahrt zu den historischen Schauplätzen des Volksaufstandes in Berlin
Zum 60. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR vom 17. Juni 1953 organisierte die Bundesstiftung Aufarbeitung am 24. Mai 2013 eine Journalistenfahrt zu zentralen historischen Schauplätzen in Berlin. Dabei schilderten namhafte Persönlichkeiten und Zeitzeugen ihre Erinnerungen an die dramatischen Tage im Sommer 1953, unter ihnen der damalige RIAS-Chefredakteur Egon Bahr und Rechtsanwalt Dr. Günter Kröber aus Leipzig, der nach dem Volksaufstand die Verteidigung zahlreicher Angeklagter übernommen hatte. Mit Dr. Jens Schöne, stellvertretender Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, konnte zudem einer der profiliertesten Historiker zu diesem Thema gewonnen werden.

Das Gespräch zwischen Prof. Egon Bahr und Peter Lange können Sie hier anhören.

50. Jahrestag des Volksaufstands 2003

Orte des Erinnerns
Anlässlich des 50. Jahrestages des 17. Juni werden Veranstaltungen, Bücher, Ausstellungen, Dokumentar- und Spielfilme vorbereitet. Die Bundesstiftung Aufarbeitung will auch jenseits von Jahrestagen dazu beitragen, dass dieses Ereignis im Geschichtsbewusstsein der Öffentlichkeit seinen ihm gebührenden Ort findet. Je konkreter die Geschichte, die Folgen und die bis in die Gegenwart reichenden Traditionslinien in den einzelnen Regionen dargestellt werden, desto mehr wird sie auf Interesse stoßen. Die Beschäftigung mit den Akteuren vor Ort ermöglicht wichtige Einsichten.
Aus diesem Anlass hat die Bundesstiftung Aufarbeitung 2003 gemeinsam mit vielen namhaften Personen einen Aufruf veröffentlicht, Orte des Erinnerns an den Volksaufstand zu schaffen, indem Straßen oder Plätze nach Akteuren des 17. Juni benannt werden. Somit sollen Frauen und Männer, die damals protestierten und von denen nicht wenige ihren Mut mit dem Leben bezahlen mussten, öffentlich geehrt und in Erinnerung behalten werden. Elf Kommunen im gesamten Bundesgebiet haben daraufhin Plätze und Straßen nach dem Tag des Aufstandes und wichtigen Aktueren benannt.

DENKMAL! Online-Datenbank
Auf die Bitte der Bundestiftung Aufarbeitung stellten fast 100 Zeitungen, Zeitschriften und Nachrichtenagenturen ihre Berichterstattung zum 17. Juni 1953 zur Verfügung. Die vorliegende elektronische Dokumentation DenkMal! umfasst 2.416 Beiträge, die in der Regel im Jahr 2003 erschienen sind und für die Datenbank auf vielfältige Weise verschlagwortet wurden. Rund 1.500 Beiträge liegen im Volltext vor.

Dem Angebot, Veranstaltungen zum 50. Jahrestag des Volksaufstands über eine Veranstaltungs-Datenbank auf der Website der Bundesstiftung Aufarbeitung öffentlich zu machen, folgten unzählige Einrichtungen und Initiativen. Die Auswertung dieser Veranstaltungen 2003 nach regionalen und inhaltlichen Gesichtspunkten stellen wir Ihnen hier als Download [80 KB"> zur Verfügung.