Sandra Meenzen

Kurzbiographie

Sandra Meenzen, geboren 1980, studierte von 1998 bis 2003 Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie und Erziehungswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 2008 schloss sie ihr Studium mit dem Ersten Staatsexamen für Lehramt an Gymnasien in den Fächern Geschichte und Sozialkunde ab und schrieb ihre Staatsexamensarbeit zum Thema "Die Minister und Blockparteien der Deutschen Demokratischen Republik im Spiegel des Zentralen Kaderdatenspeichers des Ministerrates". Während des Studiums war sie von 2001 bis 2008 Studentische Hilfskraft und anschließend bis 2009 Wissenschaftliche Hilfskraft im Teilprojekt A1 "Führungsgruppen und gesellschaftliche Differenzierungsprozesse in der DDR" des Sonderforschungsbereiches 580 "Gesellschaftliche Veränderungen nach dem Systemumbruch". Seit Oktober 2009 ist sie Stipendiatin im Forschungsprojekt "SED-Geschichte zwischen Mauerbau und Mauerfall. Gesellschaftsgeschichte einer kommunistischen Partei" und Doktorandin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Kurzbeschreibung der Dissertation

Die SED - Arbeitermythos und Staatspartei. Zusammensetzung und Rekrutierung der Parteimitglieder und des Funktionärsapparats (1961-1989)

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) war in vielerlei Hinsicht eine Schlüsselinstitution der staatssozialistischen Gesellschaft der DDR, gerade was ihre legitimatorische Funktion für die Selbststilisierung als "Partei der Arbeiterklasse", ihre Rolle als personelle Hauptbasis des Herrschaftssystems und ihre soziale Bedeutung als Integrations- und Disziplinierungsinstanz angeht. Die Analyse ihrer soziopolitischen Zusammensetzung liefert daher wichtige Hinweise auf Struktur und Kohäsion der kommunistischen Machtgrundlagen. Das Promotionsvorhaben widmet sich der Untersuchung der Mitglieder- und Funktionärsstruktur der Partei. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Stabilisierungs- und Destabilisierungsprozessen, die sich aus dem Wandel ihrer Zusammensetzung ergaben. Im Zentrum steht die Überprüfung der Hypothese, dass die Parteizugehörigkeit die wichtigste politische und damit indirekt auch soziale Trennlinie in der staatssozialistischen Gesellschaft darstellte, die ganz wesentlich zur Entstehung neuer Ungleichheitsstrukturen beitrug. Fragen zur Mitgliedersoziologie, also zur sozialen und politischen Herkunft der Parteimitglieder, zur Geschlechterverteilung und Generationenbildung werden ebenso behandelt wie auch die klassische Frage nach dem Realitätsgehalt und den Folgen des Anspruchs, eine Arbeiterpartei zu sein. Zudem geht es um die Entwicklung der SED als Staatspartei, insbesondere um die Ausprägung ihres inneren Profils und ihrer Rekrutierungsmechanismen.