Dr. Susanne Muhle

Kurzbiographie

Susanne MuhleSusanne Muhle, 1980 in Lohne geboren, studierte Neuere und Neueste Geschichte, Europäische Ethnologie und Soziologie in Münster. Dort war sie auch im Geschichtsort Villa ten Hompel tätig. Ein Praktikum bei der BStU führte sie zum Thema ihrer Promotion, die von Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer betreut wurde. Seit 2010 arbeitet sie in der Stiftung Berliner Mauer in den Bereichen Dauerausstellung, Forschung und historisch-politische Bildungsarbeit.

Kurzbeschreibung der Dissertation

"Menschenraub im Auftrag des Ministeriums für Staatssicherheit. Eine Studie über Entführungsaktionen des MfS und inoffizielle Mitarbeiter im speziellen Westeinsatz"

Auf offener Straße brutal überfallen, in vertrauter Umgebung betäubt und entführt oder durch perfide Täuschungen auf DDR-Gebiet gelockt und rechtswidrig festgehalten. Etwa 400 Menschen teilen ein Schicksal: Sie wurden in den 1950er und 1960er Jahren aus der Bundesrepublik und vor allem aus West-Berlin in die DDR verschleppt und dort inhaftiert. Viele kehrten erst nach Wochen, Monaten oder gar Jahren aus der DDR-Haft zurück. Manche verschwanden für immer. Verantwortlich für die Entführungsaktionen war in erster Linie das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), das anfangs unter Anleitung des sowjetischen Geheimdienstes agierte.
Es ist ein unbekanntes Kapitel der deutschen Teilungsgeschichte. Auf Grundlage zahlreicher MfS-Akten und bundesdeutscher Unterlagen analysiert die Studie die Mechanismen und Funktion der Entführungspraxis des MfS. In Anlehnung an die Gewalt- und Täterforschung begibt sie sich auf die Spuren der Entführungsopfer und Entführer.