Die Inhalte der Ausstellung

In den achtziger Jahren zog Harald Hauswald durch Ost-Berlin und fotografierte, was ihm vor die Linse kam. Er knipste, was andere Fotografen übersahen oder für uninteressant hielten: Kleine Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, verliebte junge Pärchen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzten. „Im Mittelpunkt steht der Mensch“ hatte einer der Grundsätze des Sozialistischen Realismus gelautet. Harald Hauswald verwirklichte diesen Anspruch auf ganz eigene Weise. Dafür bekam er keinen staatlichen Kunstpreis, sondern Ärger mit den SED-Behörden und der Stasi. Natürlich fotografierte Harald Hauswald auch verfallene Fassaden, verkommene Eckkneipen und Schlangen vor Lebensmittelläden. Dennoch war seine Fotografie weniger subversiv als vielmehr eine Liebeserklärung an die Menschen in der DDR. Zwischen den Fotografierten und dem Fotografen entstand für einen kurzen Moment eine fast zärtliche Beziehung, die sich bis heute auf den Betrachter der Bilder überträgt. Der Historiker und Buchautor Stefan Wolle, der ebenfalls in der DDR groß geworden ist, hat zu den Bildern Texte geschrieben. Die Ausstellung präsentiert über 100 bekannte und unbekannte Fotos von Hauswald. Darüber hinaus wurden eigens 18 Videointerviews gedreht, in denen der Fotograf darüber berichtet, wie das jeweils zentrale Foto einer jeden Tafel entstanden ist. Diese Videos können Besitzer von internetfähigen Mobiltelefonen per QR-Code in der Ausstellung abrufen.

Beispielplakate

 

Die Ausstellungskapitel

Nr.KapitelNr.Kapitel
01Startplakat / Titel11Neugier
02Abschied12Ordnung
03Einsamkeit13Rebellion
04Flucht14Sehnsucht
05Gemeinschaft15Traurigkeit
06Heiterkeit16Underground
07Jugend17Verfall
08Kindheit18Widerspruch
09Lüge19Zärtlichkeit
10Macht20Über die Ausstellung