Glasnost, Perestroika und die Russlanddeutschen

Konferenz

Schwerpunkt: "Kommunismusgeschichte"

Termin

18.06.2019 / 10:00 - 16:30 Uhr

Veranstalter

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Deutsche Gesellschaft e.V.

Kurzbeschreibung

Mit dem Amtsantritt des Generalsekretärs der KPdSU Michail Gorbatschow 1985 entwickelte sich eine neue Politik, auch in der Öffentlichkeit bekannt unter den Begriffen „Glasnost“ (Offenheit) und „Perestroika“ (Umgestaltung). Die Begriffe beschreiben die Ziele der Reformen Gorbatschows, der auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme der UdSSR reagierte. So kündigte er ein umfangreiches Reformpaket für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft an und hob die Breschnew-Doktrin auf, d.h. er sicherte den anderen kommunistischen Staaten im Machtbereich der UdSSR eigene Entwicklungen zu.

Die Folgen von „Glasnost“ und „Perestroika“ für die Entwicklung sowohl der Sowjetunion als auch Mittel- und Osteuropas waren von historischer Tragweite. Sie sind wissenschaftlich dokumentiert, wenngleich historisch nicht unumstritten. Welche Folgen die neue sowjetische Politik hingegen für die ethnischen Minderheiten in der Sowjetunion und damit für die Russlanddeutschen hatte, ist selten Objekt wissenschaftlicher Betrachtungen. Daher widmet sich die wissenschaftliche Tagung dieser Fragestellung.

Seit einigen Jahren führt die Deutsche Gesellschaft e.V. Tagungen und weitere Veranstaltungen gemeinsam mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und deren Jugendorganisation durch. Dabei setzen wir aktuelle Themen zu Fragen der Integration und zur Rolle der Russlanddeutschen als Brückenbauer in gegenwärtigen staatlichen Beziehungen. Außerdem begehen wir historische Gedenktage wie zum 75. Jahrestag der Deportation der Russlanddeutschen.

Ziel der diesjährigen Tagung „Glasnost, Perestroika und die Russlanddeutschen“ ist es, die Frage der Folgen der neuen sowjetischen Politik für die russlanddeutsche Volksgruppe zu beleuchten und zu diskutieren. Dabei kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Journalismus und Zivilgesellschaft sowie der der russlanddeutschen Volksgruppe zu Wort.

Der Blick soll nicht nur in die Vergangenheit gerichtet werden. Im Rahmen des Ausblicks soll ebenfalls zur Sprache kommen, wie die heutigen realen und aus Sicht der Minderheit wünschenswerten Nationalitätenpolitiken Russlands und Deutschlands aussehen und welche minderheitenpolitische Akzente gesetzt werden.

Ort der Veranstaltung

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Veranstaltungssaal
Kronenstraße 5
10117 Berlin

Kontakt

Jan Roessel
Mosse Palais, Voßstraße 22
10117 Berlin
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Fax.: +49 (0)30 88 41 22 23
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