Veranstaltungen 2020

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22. Januar 2020 | 18:15 Uhr | Öffentlicher Vortrag/Podiumsdiskussion

Mediales Erbe: Das Nachleben der DDR in Presse und Fernsehen
Öffentlicher Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „1989 – (K)Eine Zäsur?“ von Mandy Tröger und Peter Ulrich Weiß.

Ort der Veranstaltung: Stiftung Berliner Mauer, Bernauer Str.119 (Besucherzentrum), 13355 Berlin

Veranstalter:
Lehrstuhl für Neueste und Zeitgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin
Stiftung Berliner Mauer
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Kurzbeschreibung: Der Sturz des SED-Regimes war ein herausragendes Medienereignis, in dessen Folge die DDR-Medien selbst zum Gegenstand von Reformvorstellungen und Strukturveränderungen wurden – mit weitreichenden Konsequenzen für die institutionelle, personelle und inhaltliche Neuordnung der ostdeutschen Medienlandschaft nach 1989. Neben westlichen Übernahmen verschwanden bekannte Medienerzeugnisse und Medienfiguren, was ein Teil der Ostdeutschen als „Kolonisierung“ wahrnahm und eine Identitätskrise auslöste.

Der zweiteilige Vortrag widmet sich dieser konfliktreichen Entwicklung in zwei Perspektiven: Mandy Tröger zeigt, dass die Transformation des DDR-Zeitungswesens nicht ohne den Einfluss bundesdeutsche politischer und wirtschaftlicher Interessengruppen verstanden werden kann. Medienpolitische Lobbyarbeit finanzstarker BRD-Verlage und deren letztliche Übernahme des DDR-Pressevertriebs schufen früh Marktbedingungen, die ihren Wirtschaftsinteressen dienten, der basisdemokratischen Transformation des DDR-Pressewesens aber schadeten.

Peter Ulrich Weiß wiederum richtet den Blick auf ostdeutsche Fernsehprogramme und fragt, auf welche Weise die Sender DFF, ORB und MDR für ihr Publikum eine „Anschlusskommunikation“ von der vergangenen DDR in das vereinigte Deutschland herzustellen suchten.

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29. Januar 2020 | 18:15 Uhr | Öffentlicher Vortrag/Podiumsdiskussion

Sozialismus am Ende? Metamorphosen der deutschen Linken nach 1989
Öffentlicher Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „1989 – (K)Eine Zäsur?“ von Peter Brandt.

Ort der Veranstaltung:Humboldt-Universität zu Berlin, Hausvogteiplatz 5-7 (Saal 007), 10117 Berlin

Veranstalter:
Lehrstuhl für Neueste und Zeitgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin
Stiftung Berliner Mauer
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Kurzbeschreibung: Der Zusammenbruch des "real existierenden Sozialismus" im östlichen Europa 1989/90 hat die politische Linke, soweit sie eine historische Alternative zum Kapitalismus zu repräsentieren beanspruchte, in eine tiefe Desorientierung gestürzt. Das gilt nicht nur für die Anhänger der besagten Ordnung, sondern auch für ihre grundsätzlichen Kritiker. Die verbreitete Desorientierung und Demoralisierung wurde wesentlich verstärkt durch die Erkenntnis, dass die Zeit der klassischen Arbeiterbewegung, sei es in Gestalt der tradierten Organisationen, sei es in Gestalt spontaner Kämpfe, vorbei war.

In Deutschland kamen bei einem Teil des Spektrums zudem diffuse Ängste vor einem "Vierten Reich" hinzu, während andere Segmente sich schnell auf die neue Situation einzustellen suchten, so auch die aus den Resten der SED hervorgegangene und diese rechtlich fortsetzende PDS, die sich - etliche Jahre erfolgreich - als Stimme des ostdeutschen Protests gegen die Verwerfungen im Gefolge der Einigung Deutschlands durch Beitritt der DDR etablieren konnte. Inzwischen ist der soziale Protest rechtsaußen angesiedelt, genauer: wird er durch die Wahl rechter und rechtsextremer Listen artikuliert - und das nicht nur in Deutschland.

Die kapitalismuskritische Linke ist angesichts dessen, jenseits der unterschiedlichen organisatorischen Bindungen, soziokulturell gespalten. Andererseits hat die automatische Identifikation antikapitalistischer Positionen mit dem Ostblocksystem nachgelassen. Immer wieder entstehen seit der Jahrtausendwende, getragen von jüngeren Altersgruppen, neue soziale Bewegungen, so gegen die neoliberale Globalisierung, den Klimawandel u.a., während die relativ linken Parteien im Bundestag ihre über mehrere Legislaturperioden vorhandene, damals selbst für begrenzte Ziele nicht genutzte Mehrheit eingebüßt haben.

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5. Februar 2020 | 18:15 Uhr | Öffentlicher Vortrag/Podiumsdiskussion
Territorialität und Identität: Kulturelle Grenzen und politische Zugehörigkeit in Ostmitteleuropa seit 1989

Öffentlicher Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „1989 – (K)Eine Zäsur?“ von Nenad Stefanov.

Veranstalter:
Lehrstuhl für Neueste und Zeitgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Stiftung Berliner Mauer
Bundesstiftung Aufarbeitung

Veranstaltungsort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin

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13. Februar 2020 | 18 Uhr | Podiumsgespräch
Wenn Strafe zur Qual wird – Physische und psychische Folter in DDR und Gegenwart

Veranstalter:
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Bundesstiftung Aufarbeitung

Veranstaltungsort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin

Das Verbot der Folter und grausamer, unmenschlicher, erniedrigender Behandlung oder Strafe gehört zu den wichtigsten Menschenrechten, die vor mehr als 70 Jahren verabschiedet wurden. Dass diese Rechte in der DDR massiv verletzt wurden, wird in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen deutlich: In den Anfangsjahren wurden im Kellergefängnis Methoden physischer Gewalt angewendet. Aber auch später waren die Häftlinge seelischen Misshandlungen ausgesetzt: Schlafentzug, Isolationshaft und monatelange Verhöre sollten die Gefangenen zu umfassenden Geständnissen bewegen. Auch heute zeichnen Berichte der Menschenrechtsorganisationen ein düsteres Bild: Andersdenkende werden in vielen Ländern verhaftet und mit meist physischer Gewaltanwendung unter Druck gesetzt.

Expertinnen und Experten beleuchten im Gespräch den Umgang der DDR mit Artikel 5 der Menschenrechtserklärung und ziehen eine Bilanz zur heutigen Situation weltweit.

Veranstaltungsflyer [140 KB]