Veranstaltungsnachlese 2005

25 Jahre Solidarność

Filmpräsentation

Termin

27.07.2005 / 19:00 Uhr

Veranstalter

Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Deutsches Historisches Museum Berlin

Kurzbeschreibung

Am 31. August 1980 setzten die polnischen Arbeiter nach langen Streiks die Gründung einer unabhängigen Gewerkschaft durch. Die Bilder selbstbewusster Frauen und Männer, die unter der Führung Lech Walesas mit dem Kruzifix in der einen und der Solidarność-Fahne in der anderen Hand die Diktatur in Polen herausforderten, gingen um die Welt. Neidvoll und ermutigt blickte die kleine DDR-Opposition nach Polen, dessen Entwicklung die SED mit Unmut und Sorge beobachtete. In der Bundesrepublik fiel es insbesondere Teilen der Linken schwer, »Solidarität mit Solidarność« zu üben – vielen war die Bewegung schlicht zu katholisch.

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Deutsche Historische Museum erinnern mit der Veranstaltung »25 Jahre Solidarność« an die Gründung der »Solidarität«, die nicht nur Polen auf den Weg der Demokratie geführt, sondern auch das politische Antlitz Europas mit verändert hat.

Begrüßung
* Dr. Hans-Martin Hinz, Deutsches Historisches Museum
* Markus Meckel, MdB, Stiftung Aufarbeitung

Uraufführung »Für unsere Freiheit«
Dokumentarfilm von Margarete Wohlan und Reinhard Joksch. Berlin 2005, 43 Min.

Die von der Stiftung Aufarbeitung geförderte Dokumentation erzählt von den Kontakten der DDR-Opposition mit Solidarność, den Hoffnungen der ostdeutschen Dissidenten und den Reaktionen von Staatssicherheit und SED.

Podiumsgespräch »Solidarität mit Solidarność? Die Reaktionen auf die unabhängige polnische Gewerkschaftsbewegung in West- und Ostdeutschland.«
* Wolfgang Templin, Jg. 1948, studierter Bibliothekar, Philosoph, nahm in den 70ern an trotzkistischen Zirkeln in Ostberlin teil, knüpfte 1976/77 in Warschau Kontakte zur polnischen Opposition, bis 1983 Akademie der Wissenschaften, SED-Mitglied, Berufsverbot, ab Ende der 70er Mitarbeit in Friedens- und Menschenrechtsgruppen.

* Irmchen Hemmerlein, Jg. 1936, Leiterin des Ostberliner Neuererzentrums, Ökonomiestudium, ab 1972 Parteisekretärin im Stammsitz des Berliner Oberbekleidungskombinats, wo sie auch nach 1989 bis zum Vorruhestand als Abteilungsleiterin tätig war.

* Dr. Martin Jander, Jg. 1955, bis 1984 Studium an der FU Berlin, dort in linkssozialistischen Gruppen aktiv, seit 1979 enge Kontakte zu DDR-Dissidenten, mit ihnen besuchte er 1981 die Gewerkschaft Solidarność, ab 1984 Einreiseverbot in die DDR.

* Dr. Kazimierz Wóycicki, Jg. 1949, Publizist, Zeithistoriker, vor 1989 Mitarbeiter oppositioneller Zeitungen und Zeitschriften in Polen, 1984-1986 Aufenthalt in Deutschland, 1986/87 BBC in London, 1988/89 Sekretär des Bürgerkomitees bei Lech Wałesa.

Moderation
Dr. Ulrich Mählert, Stiftung Aufarbeitung

Ort der Veranstaltung

Deutsches Historisches Museum
Zeughauskino
Unter den Linden 2
10117 Berlin

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