Veranstaltungsnachlese 2005

Schicksal Fünfeichen. Das sowjetische Speziallager Nr. 9

Filmpräsentation

Termin

11.06.2005 / 20:15 Uhr

Veranstalter

Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Kurzbeschreibung

„Schweigelager“ wurden sie genannt, die elf sowjetischen Speziallager in der sowjetischen

Besatzungszone, der späteren DDR. Zwischen 1945 und 1950 gab es 122.671 Internierte. Ehemalige NSDAP-Mitglieder,

Jugendliche unter „Werwolf“-Verdacht, später dann politische und ideologische Gegner des stalinistischen Systems

wurden in ihnen unter unglaublichen Bedingungen festgehalten. Im Speziallager Nr. 9 des NKWD „Fünfeichen“ bei

Neubrandenburg starb von 15.000 Gefangenen jeder dritte. Doch zwischen den Todesbaracken geschahen in den drei

Jahren Lagerexistenz auch Wunder: Die fünf hier geborenen Kinder überlebten das Elend. Wer aus Fünfeichen nach

Jahren entlassen wurde, erfuhr nicht einmal, weshalb man ihn verhaftet hatte. Den Entlassenen wurde unter Androhung

hoher Strafen ein lebenslanges Schweigegelübde auferlegt. Das Schweigen endete erst 1989...
Seither wurden

vielfältige Anstrengungen unternommen, um die in der DDR zunächst propagandistisch verfälschte, dann jahrzehntelang

tabuisierte und in der Bundesrepublik fast der Vergessenheit anheimgefallene Geschichte der sowjetischen

Speziallager aufzuarbeiten. Der Film „Schicksal Fünfeichen“ von Rainer Burmeister leistet dazu einen eindrücklichen

Beitrag. Er zeichnet anhand neuester Rechercheergebnisse und bislang unveröffentlichten Materials die Geschichte des

Speziallagers Fünfeichen und die Schicksale seiner Insassen in bewegenden Bildern nach.
Der Dokumentarfilm ist

eine Koproduktion der Heimatfilm GbR und des mdr-Fernsehens, gefördert von der Stiftung zur Aufarbeitung der

SED-Diktatur, dem Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Stasi-Unterlagen und der Arbeitsgemeinschaft

Fünfeichen.
Die öffentliche Filmuraufführung findet statt im Rahmen des 9. Kongresses der Landesbeauftragten für

die Stasi-Unterlagen und der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit den Verfolgtenverbänden und

Aufarbeitungsinitiativen „Kriegsende – Freiheit gewonnen, Freiheit verloren“.

Ort der Veranstaltung

Baltic Sport- und Ferienhotel
17454 Zinnowitz

Kontakt

Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Otto-Braun-Str. 70-72
10178 Berlin
Tel.: 030-23247200
Fax.: 030-23247210
buero@stiftung-aufarbeitung.de
www.stiftung-aufarbeitung.de