Veranstaltungsnachlese 2006

"In einem Anfall von Depression..." - Selbsttötungen in der DDR

Buchpräsentation

Termin

02.11.2006 / 19:00 Uhr

Veranstalter

Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Ch. Links Verlag

Kurzbeschreibung

Die DDR gehörte zu jenen Staaten, in denen überdurchschnittlich viele Menschen durch eigene Hand starben. Im weltweiten Vergleich der Selbsttötungsraten nahm der „erste sozialistische Staat auf deutschem Boden” einen Spitzenplatz ein. Der Leipziger Historiker und Biochemiker Udo Grashoff stellt Ergebnisse seiner Auswertung mehrerer tausend Suizidfälle vor. Deutlich werden Konfliktfelder und Existenz bedrohende Situationen in der SED-Diktatur, die Einzelfällen zu Selbsttötungen führten. Gleichzeitig wird der Zusammenhang zwischen Repression und Suiziden anhand von bisher unveröffentlichtem statistischen Material hinterfragt. Auf der Veranstaltung diskutiert der Autor seine Ergebnisse mit Experten aus Geschichtswissenschaft und Medizin.

Begrüßung
* Dr. Michael Schneider, Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund
* Rainer Eppelmann, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Lesung
aus authentischen Abschiedsbriefen durch die Schauspieler Jalda Rebling und Wolfgang Großmann mit einer Videoinstallation der Künstlerin Clara S. Rueprich

Podiumsdiskussion
* Prof. Dr. Werner Felber, Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Akademie »Gustav Carus« Dresden
* Prof. Dr. Günther Heydemann, Lehrstuhl für Neuere und Zeitgeschichte, Universität Leipzig
* Dr. Udo Grashoff, Historiker und Journalist

Moderation
Christoph Links, Verleger

Ort der Veranstaltung

Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund
Luisenstraße 18
10178 Berlin

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