Veranstaltungsnachlese 2011

Die Partei im Betriebsalltag

Öffentlicher Vortrag

Termin

23.02.2011 / 18:00 Uhr

Veranstalter

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Institut für Zeitgeschichte München-Berlin
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Kurzbeschreibung

Entsprechend der kommunistischen Tradition erfasste die SED seit den 50er Jahren die überwältigende Mehrheit ihrer Mitglieder in Betriebsparteiorganisationen. Diese prägten das Verhältnis zwischen Betriebsleitungen und Belegschaften. Als Herrschaftsinstitution dämmte die SED die politischen Diskussionen in den eigenen Reihen nach und nach ein und setzte eine durchgreifende Disziplinierung der eigenen Mitglieder in Gang. Zugleich raubte die Partei den Gewerkschaften die Eigenständigkeit; die Belegschaften als kollektive Akteure wurden gelähmt. Im Laufe der Ära Honecker lernten Parteimitglieder, Gewerkschafter und Belegschaften – in den festen Grenzen des Betriebsregimes – die Partei aber auch für sich selbst zu nutzen. Durch die Parteiakten zieht sich eine Spur von verdeckten Rissen und schleichenden Konflikten, die ab Mitte der 80er Jahre immer sichtbarer wurden, wie der Vortrag von Professorin Sandrine Kott, Universität Genf, verdeutlichte.

Ort der Veranstaltung

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstr. 5
10117 Berlin

»Die Geschichte der SED zwischen Mauerbau und Mauerfall«

Dokumentation einer Vortragsreihe des Instituts für Zeitgeschichte, des Zentrums für Zeithistorische Forschung und der Bundesstiftung Aufarbeitung

Zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung ist die Geschichte der SED nach wie vor unzureichend erforscht. Das Institut für Zeitgeschichte München–Berlin und das Potsdamer Zentrum für Zeithistorische Forschung koordinieren zwei Forschungsgruppen, die sich mit der Geschichte der DDR-Staatspartei in den Jahren zwischen 1961 und 1989 /90 befassen. Dieser Forschungsverbund, in den Nachwuchswissenschaftler an den Universitäten Jena, Leipzig und Chemnitz eingebunden sind, wird von der Bundesstiftung Aufarbeitung gefördert. Im Rahmen der Vortragsreihe »Die Geschichte der SED zwischen Mauerbau und Mauerfall« werden in den Monaten Oktober 2010 bis März 2011 Mitarbeiter der beiden Projektverbünde sowie Fachkolleginnen und -kollegen aus dem In- und Ausland ihre Perspektiven auf die SED-Geschichte zur Diskussion stellen.

Veranstaltungsmitschnitte anhören

Begrüßung durch Dr. Jens Gieseke

Vortrag I von Prof. Dr. Sandrine Kott

Vortrag II

Publikumsgespräch I

Publikumsgespräch II

Publikumsgespräch III

Bildergalerie zur Veranstaltung