Weiterbildungen 2019

Die Weiterbildungen der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur richten sich an Mitarbeiter/-innen von Aufarbeitungseinrichtungen und die Mittler der politischen Bildungsarbeit. Die Veranstaltungen sind darauf zugeschnitten, die eigene Arbeit durch neue Impulse zu unterstützen und vertiefendes Fachwissen zu vermitteln.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, wir bitten daher um rechtzeitige verbindliche Anmeldung. Der Teilnehmerbeitrag beträgt 25 Euro, Tagungsgetränke sind inbegriffen. Bitte überweisen Sie Ihren Beitrag vorab, Sie erhalten alle notwendigen Angaben nach Anmeldung an buero(at)bundesstiftung-aufarbeitung.de

Alle Weiterbildungen finden, sofern nicht anders angegeben, in den Räumen der Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin statt.

Datum/UhrzeitWeiterbildungsinhalt
15. November
14-19 Uhr
Innovativer Unterricht zur DDR-Geschichte? Workshop und Impulstagung

Ort: Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung,
Felix-Dahn-Straße 3 und Weidenstieg 29, 20357 Hamburg

Zielgruppen:Fachlehrer der Fächer Gesellschaft, Geschichte, Politik;
Sek. I, Sek. II, Gymnasium, Stadtteilschule

Veranstalter: Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Hamburg

Leitung: Dr. Helge Schröder (Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung)

Dozenten: Dr. Helge Schröder (Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung), Frank Schweppenstette (Dienststelle für Lehrkräfte aus Nordrhein Westfalen), Peter Wiedemann (Zeitbild Verlag und Agentur für Kommunikation),Katharina Hochmuth (Bundesstiftung Aufarbeitung)

Beschreibung und didaktische Gestaltung:

Die "kleine Fachtagung" in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur diskutiert 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution und der deutschen Einheit, wie innovativer Unterricht zur DDR-Geschichte gestaltet werden kann.
In einem ersten Impuls (Katharina Hochmuth, Berlin) wird im Plenum nach der Einordnung und Bewertung der Umbrüche von 1989/90 aus heutiger Perspektive gefragt. Das rein positive Narrativ einer friedlichen Umwälzung, die von engagierten Menschen getragen wurde und in ein vereintes freiheitlich-demokratisches Deutschland führte, wird heute vielfach kritisch hinterfragt und neu eingeordnet. Dabei steht insbesondere der Transformationsprozess in den 1990er-Jahren bis heute im Mittelpunkt.

Wie kann es einerseits gelingen die Errungenschaften und Leistungen der Oppositionellen und Demonstranten von 1989 zu würdigen und ihre Geschichten zu erzählen und andererseits einen kritischen Blick auf die jüngste Zeitgeschichte zu werfen und gegenwärtige Problemlagen einzubeziehen? Die Notwendigkeit der Abkehr von einer rein nationalen Perspektive hin zu einer europäischen und globalgeschichtlichen Einordnung der Zäsuren von 1989/90 sowie der Blick nach Ostmitteleuropa sind hier entscheidend. In einem vergleichenden regionalgeschichtlichen oder biografischen Ansatz kann dies im Unterricht umgesetzt werden. Die Reflektion wird mit praktischen Beispielen und Projekten aus der Arbeit der Bundesstiftung Aufarbeitung ergänzt.

In drei parallel laufend Workshops werden unterschiedliche Materialien und Projekte zur Vermittlung von DDR-Geschichte im Unterricht näher vorgestellt. Frank Schweppenstette (Köln) präsentiert einen handlungs- und gegenwartsorientierten Zugang zur DDR-Geschichte für die Sekundarstufe I inklusive einer Erprobung der ausgearbeiteten Projektmappe „Die DDR- ja und?“. Peter Wiedemann (Berlin) führt in die Nutzung der der 360° Grad DDR-Schulstunde ein, die ein so genanntes „Eintauchen“ – Immersion – der Schülerinnen und Schüler ermöglicht. Begleitend werden die didaktischen Materialien getestet. Helge Schröder (Hamburg) stellt das Projekt „Digitales Lehrwerk zur deutsch-deutschen Geschichte (lehrer-online.de) vor, das er als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats mit auf den Weg gebracht hat. Materialien zu unterschiedlichen Aspekten der geteilten Geschichte Deutschlands können in Onlinemappen von den Lehrkräften individuell für ihren Unterricht zugänglich gemacht werden.

Die Erfahrungen aus den Workshops werden in einer Abschlussdiskussion im Plenum zusammengeführt und in Hinblick auf die große Fachtagung 2020 für Lehrkräfte wird eine Sammlung bewährter und neuer Ansätze zum Themenfeld "deutsch-deutsche Geschichte im Unterricht" – mit einem Blick auf das dreißigjährige Jubiläum der Friedlichen Revolution von 1989 und der deutschen Einheit erstellt.

Kontakt

Weitere Informationen
27. November
10 bis 16 Uhr
Praxisseminar „Zeitzeugen-Interviews: Fragen Üben“

Über den Erfolg eines Interviews entscheidet nicht zuletzt, welche Fragen in welcher Form gestellt werden. Dies bedarf nicht nur inhaltlicher Kenntnisse, sondern auch methodischer Vorgehensweisen, die es zu beachten gilt. Nach einer kurzen thematischen Einführung zum Thema „Fragenkatalog für Zeitzeugen-Interviews“ steht im Zentrum des eintägigen Seminars die Möglichkeit, in verschiedenen praktischen Übungen Fragen so zu erarbeiten und zu stellen, dass sie dem Gegenüber einen möglichst weiten Raum der Erinnerung öffnen. Die Teilnehmer haben die Gelegenheit, individuelle Fragen oder eigene Beispiele zu erörtern.

Referentin: Die Filmemacherin Alexandra Pohlmeier arbeitet seit 1986 selbstständig als Autorin, Regisseurin und Produzentin für ihre eigenen Filme, aber auch im Auftrag für Gedenkstätten und andere Einrichtungen. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist das lebensgeschichtliche Interview.