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Schabowski, Günter

* 4.1.1929, † 1.11.2015
Mitglied des Politbüros des ZK u. 1. Sekretär der Bezirksleitung Berlin der SED

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Anklam; Vater Klempner; 1935 – 39 Volksschule in Berlin; 1939 – Juli 1946 Andreas-Realgymnasium, Abitur; 1939 – 45 Dt. Jugend, Jungschaftsführer; Okt. 1946 – Okt. 1947 Volontär bei »Die freie Gewerkschaft«; 1946 FDGB; Okt. 1947 – Febr. 1950 Hilfsred. der »Tribüne«; anschl. bis 1952 Berliner »Tribüne«; 1950 FDJ; 1950 SED-Kand., ab 1952 Mitgl.; Jan. 1952 Abt.-Ltr. für Gesamtdt. Gewerkschaftspol. u. Mitgl. des Red.-Kolleg. der »Tribüne«; März 1953 – 67 zunächst kommissar., dann stellv. Chefred.; 1960 – 65 Vizepräs. der Dt.-Afrikan. Ges.; 1962 Dipl.-Journalist (KMU Leipzig); 1967/68 PHS der KPdSU in Moskau; Sept. 1968 stellv., ab 1974 1. Stellv., März 1978 – Nov. 1985 Chefred. des »Neuen Dtl.« (Nachf. von  Joachim Herrmann); 1977 VVO; 1978 – 85 Mitgl. der Agit.-Kommission des SED-PB; 1978 – 85 Mitgl. des ZV der VDJ; 1981 – 11.1.1990 Abg. der Volkskammer; 1981 – 3.12.1989 Mitgl. des ZK, ab 1986 Sekr.; 1981 Kand., 1984 – 3.12.1989 Mitgl. des SED-PB; 1985 – 31.10.1989 1. Sekr. der SED-BL Berlin (Nachf. von  Konrad Naumann); 1989 KMO; 8.11.1989 Rücktritt mit dem PB, 14.11.1989 Wiederwahl; am 9.11.1989 gab Schabowski auf einer Pressekonferenz die neue Reiseregelung bekannt, die zur Maueröffnung am gleichen Tag beitrug; 3.12.1989 Rücktritt mit dem ZK der SED; 21.1.1990 Parteiausschluß.
1992 – 99 Mitarb. der »Heimatnachrichten« (Bebra); nach 1990 öffentl. kritische Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte; 1993 Verfahren wegen »Fälschung der Ergebnisse der DDR-Kommunalwahlen«, im Nov. 1997 eingestellt; Frühj. 1995 Anklage u. 13.11.1995 Prozeßbeginn vor dem Berliner LG wegen »Totschlags u. Mitverantw. für das Grenzregime der DDR«, 25.8.1997 Verurteilung zu drei Jahren Gefängnis, Revision eingelegt; Nov. 1999 bestätigte der BGH das Urteil, 15.12.1999 – 30.9.2000 Haft in der JVA Hakenfelde in Berlin-Spandau, offener Vollzug, zum 2.12.2000 begnadigt; 2001 Berater des CDU-Kandidaten für das Amt des Regierenden Bürgermstr. von Berlin, Frank Henkel; gest. in Berlin.

Publ.: Sieren F., Koehne L. (Hrsg.): Das Politbüro. Ende eines Mythos. Eine Befragung. Reinbek 1990; »Der Honecker muß weg!« (Hrsg. von H.-H. Hertle). Berlin 1990; Der Absturz. Berlin 1991; Abschied von der Utopie. Stuttgart 1994; Wir haben fast alles falsch gemacht. Die letzten Tage der DDR. Berlin 2009 (mit F. Sieren).
Sek.-Lit.: Fernsehfilm »Angeklagt. Der Maueröffner« (ARD 9.10.1996); Müller-Enbergs, H.: Meinungsoffiziere der Parteiführung. In: JHK. Berlin 1997; Hertle, H.: Chronik des Mauerfalls. Berlin 1996.
HME

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