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Zweig, Arnold

* 10.11.1887, † 26.11.1968
Schriftsteller, Präsident der Deutschen Akademie der Künste

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Groß-Glogau (Schles./Głogów, Polen) in einer jüd. Fam.; Vater Sattlermstr. u. Spediteur; 1898 nach durch antisemit. Boykott verursachten Bankrott des väterl. Unternehmens Übersiedl. der Fam. nach Kattowitz; Volksschule u. Gymnasium, 1903 Lehre bei einem Buchhändler; 1907 – 14 Studium der Germanistik, Philos. u. Psychol. in Breslau, München, Berlin, Göttingen, Rostock u. Tübingen; ab 1905 liter. Arbeit; 1912 erster liter. Erfolg mit »Novellen um Claudia« (Leipzig); 1915 Kleist-Preis für das Drama »Ritualmord in Ungarn« (1914); 1912 – 26 Zionist. Arbeiterpartei in Berlin; 1915 – 18 Militärdienst, u. a. in Belgien, Serbien u. Rußland; 1918 im Soldatenrat in Wilna, Dez. 1918 Rückkehr nach Berlin; ab 1919 Studium der Soziol. in Tübingen; 1919 – 23 in Starnberg, Freundschaft mit Lion Feuchtwanger; ab 1923 in Berlin; Mitarb. der Ztschr. »Jüd. Rundschau«, Vorträge zu Fragen des Judentums u. des Antisemitismus; 1924 – 33 SDS in Berlin (ab 1928 Vizepräs.), 1935 – 40 Exil-SDS in Paris, 1929/ 30 1. Vors.; ab 1925 freischaff. Schriftst., stark beeinflußt von Sigmund Freud; seit 1926 verh. mit seiner Cousine, der Kunstmalerin Beatrice Z.; 1926 Mitgl. des PEN u. der Ges. der Freunde des neuen Rußland; 1927 erschien der Roman »Der Streit um den Sergeanten Grischa«; März 1933 Emigr. nach Frankreich, Dez. 1933 Emigr. nach Palästina (Haifa); 1936 Mitgl. im Aussch. zur Vorber. einer dt. Volksfront; 1935 erscheint der Roman »Erziehung vor Verdun« (Amsterdam); Febr. 1936 Ausbürgerung aus Dtl.; 1936 – 39 zahlr. Reisen nach Europa; zeitw. Mitarb. am Dt. Freiheitssender; 1939 in den USA, Teiln. am PEN-Club-Kongreß in New York; 1942/43 Mithrsg. der antifa. Ztschr. »Orient« in Haifa; 1941 Mitbegr. einer Hilfsorg. für die UdSSR (Liga »V«); Ehrenpräs. der Bew. »Freies Dtl.« in Palästina; Mitarb. mehrerer Emigranten-Ztrsch. u. lokaler Ztg.; 1948 israel. Staatsbürgerschaft.
Dez. 1948 Rückkehr nach Dtl. (durch Vermittlung von  Paul Merker); KB u. PEN-Club; 1949 – 67 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1950 – 53 Präs. der DAK, dann Vizepräs., ab 1957 Ehrenpräs.; 1950 u. 1951 NP; 1952 Dr. h. c. der Univ. Leipzig; 1954 Ernst-Moritz-Arndt-Medaille; VVO; 1949/50 gem. Ltg. (mit  Johannes R. Becher u.  Anna Seghers) des Dt. Komitees der Kämpfer für den Frieden, ab 1957 Präs. des Dt. PEN-Zentrums Ost u. West (Nachf. von  Johannes Tralow); bis 1958 Mitgl. des Präsidialrats des KB, 1949 – 63 Vizepräs., dann Ehrenpräs.; 1958 Lenin-Friedenspreis; Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1962 VVO, Prof. h. c.; 1965 Banner der Arbeit; 1967 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.

Publ.: Ausgew. Werke in Einzelausgaben. 16 Bde. Berlin, später Berlin, Weimar 1957 – 67; Briefwechsel mit Sigmund Freud. (Hrsg. v. E. Freud) Frankfurt (Main) 1968; Der Briefwechsel zw. Louis Fürnberg u. A. Z. Hrsg. v. R. Poschmann u. G. Wolf. Berlin, Weimar 1978; A. Z. Berliner Ausgabe (Berlin ab 1996, 10 Bde.); A. Z., Beatrice Z., Helene Weyl: Komm her, wir lieben Dich. Briefe einer ungewöhnl. Freundschaft zu dritt. Berlin 1997 (Hrsg. von I. Lange); »Das nenne ich ein haltbares Bündnis!« A. Z. / Beatrice Zweig u. Ruth Klinger. Briefwechsel (1936 – 1962). Bern u. a. 2005.
Sek.-Lit.: Hermand, J. (Hrsg.): A. Z. mit Selbstzeugnissen u. Bilddokumenten. Reinbek 1990; von Sternburg, W.: Um Dtl. geht es uns. A. Z. Die Biogr. Berlin 1998; Alt, A. T. (Hrsg.): A. Z. Sein Werk im Kontext deutschsprachiger Exillit. Bern u. a. 1999; Bernhard, J. (Hrsg.): Deutscher, Jude, Europäer im 20. Jahrhundert. A. Z. u. das Judentum. Berlin u. a. 2004.
BRB

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