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Gniffke, Erich Walter

* 14.2.1895, † 4.9.1964
SED-Funktionär

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Elbing (Westpr./Elbląg, Polen); Vater Fabrikarb. u. Gewerkschaftsfunktionär; Volksschule in Köln-Mülheim u. Elbing; Handelsschule; 1909 – 12 Ausbildung zum Kfm. in Elbing; 1913 SAJ, SPD; 1913 – 20 Korrespondent, Reisevertr., kfm. Ltr. in Danzig-Schellmühl; Militärdienst; 1914 SPD; 1920 – 24 Vorstandsmitgl. der Westbank AG in Danzig, Prokurist der Firma Krajkemann; 1924 AfA; 1924 – 26 Mitinhaber einer Firma für Export
u. Import von Stahlwaren; 1926 – Juni 1933 hauptamtl. Funktionär der AfA, ab 1928
Bez.-Ltr. der ZdA u. Geschäftsf. der AfA
in Braunschweig; Gauführer des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold; 1932 verurteilt we-
gen »Landfriedensbruchs« in Braunschweig; 1933 – 45 illeg. Parteiarbeit; 1933 »Schutzhaft«; arbeitslos; Dez. 1933 – Dez. 1935 Revisor einer Dachpappenfabrik in Berlin; Jan. 1936 – April 1940 selbst. Verkäufer des »Heibacko«-Grude-Herdes in Berlin; Aug. 1938 – Juni 1939 »Schutzhaft« u. U-Haft in Braunschweig; 1939 Prozeß vor dem VGH wegen »Vorber. zum Hochverrat«; 1940 – 45 Vertriebsstelle von Speisetransportgefäßen; Mai – Aug. 1941 Wehrmacht, auf Betreiben der Gestapo aus der Wehrmacht entlassen; 1945 Volkssturm, dort geflüchtet.
1945 Mitbegr. der SPD, Mitunterz. des Aufrufs vom 15.6.1945; Geschäftsf. Vorst. der SPD; 1945/46 Vors. des ZA der SPD (mit  M. Fechner u.  O. Grotewohl) u. des Bez.-Vorst. Berlin; 1945 – 48 Delegierter im Zentr. Blockaussch.; ab April 1946 Mitgl. des PV der SED u. seines ZS, dort zus. mit  Franz Dahlem Ltr. der Abt. Personalpol., des Büros für Internat. Zusammenarb. u. der Westabt., 1947/48 im PV verantw. für Org., Personalpolitik u. Parteibetriebe; 1946 – 48 Abg. des Mecklenb. Landtags; 1948 Mitgl.
des Volksrats, Sekr.-Ltr. des Präs.; Okt. 1948 Flucht nach Westdtl.; 30.10.1948 Ausschl. aus der SED; Okt. 1948 Verhaftung seines Sohns Gerd G. u. seines Schwiegersohns; 1948 wieder Mitgl. der SPD, ab 1959 Krs.-Vors. in Daun (Eifel); 1949 in Frankfurt (Main) für die dpa tätig, dann kfm. Angest. bei einer Konsum-Großeinkaufsgesell.; ltd. Angest., ab Okt. 1950 Geschäftsf. der bundeseigenen Generator-Kraft-AG, dann Geschäftsf. von deren Tochterunternehmen Delabau GmbH, später Eigentümer der Vereinigten Bauhütten; gest. in Bad Kissingen.

Publ.: Der SED-Funktionär. Berlin 1947; Jahre mit Ulbricht. Köln 1966 u. 1990.
Sek.-Lit.: Leonhard, W.: Der vergessene SPD-Gründer Erich W. Gniffke. In: ders.: Das kurze Leben der DDR. Stuttgart 1990; Klein, Th.: »Für die Einheit u. Reinheit der Partei«. Die innerparteil. Kontrollorgane der SED in der Ära Ulbricht. Köln (u. a.) 2002.
BRB; HME

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