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Gropp, Rugard Otto

* 22.3.1907, † 4.7.1976
Philosoph

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Magdeburg; Vater Stadtinspektor; 1926 – 29 Werkstudent der Germanistik, Geschichte, Philos. u. Kunstgeschichte in Leipzig, München u. Halle; 1929 KPD; versch. Beschäftigungen als Stenotypist, u. a. in der sowj. Handelsvertr. in Berlin; 1940 Wiederaufn. des Studiums in Halle; Teiln. an illeg. pol. Arbeit gegen das NS-Regime; 1941 Verhaftung durch die Gestapo wegen »Verdachts auf Hochverrat«, ein Jahr Gefängnishaft, anschl. KZ Sachsenhausen, 1944 Versetzung ins Strafbat. 999, Flucht zur Roten Armee.
1945 Forts. des Studiums an der MLU Halle; 1948 Prom. u. Lehrgang an der PHS; anschl. bis 1950 Lehrtätigkeit an der MLU Halle, danach an der KMU Leipzig; 1952 Habil. u. Berufung zum Prof. für dial. u. hist. Materialismus, stellv. Dir. des Inst. für dial. u. hist. Materialismus der KMU; ab 1960 Ltr. einer Arbeitsgr. am Inst. für Philos. der DAW in Berlin; 1965 em.; VVO.
G. gehörte zu den einflußreichsten Propagandisten des dial. Materialismus der frühen DDR-Geschichte; er war in bes. Maße mitverantw. für die offiz. Dogmatisierung der philosoph. Lehre u. Forschung; insbes. in den 40er u. 50er Jahren war er maßgebl. beteiligt an der ideolog. u. institutionellen Ausgrenzung nonkonformist. Philosophen (u. a.  Leo Kofler 1949/50;  Ernst Bloch 1957).

Publ.: Der dial. Materialismus. Kurzer Abriß. Leipzig 1957; Ernst Blochs Revision des Marxismus. Berlin 1957 (Mitautor); Zu Fragen der Geschichte der Philos. u. des dial. Materialismus. Berlin 1958; Grundlagen des dial. Materialismus. Berlin 1969.
Sek.-Lit.: Herzberg, G.: Anpassung u. Aufbegehren. Die Intelligenz der DDR in den Krisenjahren 1956/58. Berlin 2006.
JaW

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