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Große, Lea

geb. Leja Lichter
* 12.5.1906, † 10.6.1997
Chefredakteurin des Deutschen Soldatensenders

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Tschenstochau (Russisch Polen / Częstochowa, Polen) in einer jüd.-orthodoxen Fam.; Vater Gerber u. Lederhändler; bis 1914 in Leipzig aufgew., zivilinterniert; Volksschule in Chemnitz, 1918 Realschule (mit Staatsstipendium); 1922 – 26 gymnast. Unterricht, später Balettunterricht u. Ausbildung als orthopäd. Gymnastiklehrerin in Chemnitz u. Leipzig; Arbeit in versch. Textilfabriken; 1925/26 Mitgl. des jüd. Wanderbundes Blau-Weiß; 1927 Austritt aus der Jüd. Gemeinde u. Mitgl. des KJVD; 1928 Mitgl. der erw. KJVD-BL Halle-Merseburg; 1929 Mitarb. des KJVD-UB Berlin-Osten; 1929 Mitgl. der KPD; 1929 in Wolfen verhaftet, Ausweisung aus u. Arbeitsverbot in Preußen; 1930 nach Moskau; 1930 – 32 Mitgl. der KPdSU; 1930 – 33 hauptamtl. Mitarb. der KJI in Moskau (»Gottfeld«), Ltr. des vertraul. Archivs; später Mitarb. im Westeurop. Büro; März 1933 Instrukteurin des ZK des KJVD in Berlin; Mitgl. der ersten illeg. kommunist. u. kath. Gruppe in Düsseldorf; anschl. illeg. pol. Arbeit in Berlin, Niederlande, Belgien u. Frankreich; Kurierdienste; Aug. 1934 in Düsseldorf verhaftet, 19 Mon. U-Haft in Düsseldorf u. Berlin; 1936 wg. »Vorber. zum Hochverrat« zu drei Jahren Haft verurteilt; 1936 – 38 Einzelhaft im Zuchthaus Jauer (Schles.); nach Polen (Chorzow) ausgewiesen; arbeitslos, Fabrikarb. u. Hauslehrerin in Radom bzw. Kattowitz (Polen); 1939 n. Lwow (UdSSR); kurzz. Reinemachefrau u. Apothekenhelferin im Hauptlazarett des NKWD; 1940 – 42 Mitarb. der KJI in Moskau; ab 1941 Red. des Jugendsenders Sturmvogel, der kurzz. nach Ufa evakuiert worden war; 1944 Sendeltr. am Sender Freies Dtl. in Moskau; Mitarb. d. Arbeitsgr. f. Jugendfragen beim PB d. ZK d. KPD in Moskau.
Nov. 1945 Rückkehr nach Dtl.; Nov. 1945 Red. im Mitteldt. Rundfunk, Landessender Dresden; 1946 Medaille für heldenmütige Arbeit im Großen Vaterländ. Krieg der UdSSR; Chefred. des Landessenders Dresden; 1949 – 53 in Prag; 1953 – 55 Kaderltr. des DEFA-Spielfilmstudios; 1955 Dramaturgin; 1956 PHS; danach erneut Dramaturgin; Sept. 1960 – Mai 1966 Chefred. am Dt. Soldatensender 935 (dieser Sender richtete sich an Bundeswehrsoldaten) bzw. Chefred. der 9. Abt. der Pol. Verw. des Min. für Nat. Verteidigung (zus. mit  Erhard Reichardt); 1964 Verdienstmedaille der NVA; 1976 VVO; 1981 Ehrenspange zum VVO; 1986 KMO.
1990 PDS; Rentnerin; verh. mit  Fritz Große; gest. in Berlin.

Publ.: Fritz der Rotgardist. Berlin 1971; Eine Inventur. Autobiogr. Berlin 1982.
Sek.-Lit.: Mählert, U.: Kein Leben aus dem Geschichtsbuch. In: »Berliner Ztg.« vom 10.5.1996.
BRB

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