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Grothaus, Wilhelm

* 17.11.1893, † 1966
Aktivist des Volksaufstands vom 17. Juni 1953

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Herten (Westfalen); Vater Bergarb., Mutter Landarb.; 1900 – 07 Volksschule; 1905 muß sich der Vater vor Gericht für G. wegen »Landfriedensbruchs« verantworten, weil G. das gegen streikende Arbeiter vorgehende Militär mit Steinen beworfen hatte; 1907 – 11 Landarb., Steinsetzerlehre, 1912 Gerichtsschreiber; 1913 Gewerkschaftsangest., 1913/ 14 Gerichtsschreiber; 1914 Militärdienst; 1916 – 20 Wirtschaftsamt in Herten, 1920 – 22 Lohnbuchhalter auf einer Steinkohlenzeche, ab 1922 Geschäftsf. einer Wein- u. Spirituosenhandl. in Recklinghausen; 1918/19 SPD; Mitgl. des Gemeinderats; 1926 Umzug nach Berlin, Geschäftsf. einer sozialdemokrat. Wohnungsbauges., anschl. bis 1934 Angest. beim Reichsbund Dt. Mieter; 1932 KPD; April 1934 Zwangsübersiedl. nach Dresden, Geschäftsf. einer Verlagsanstalt; 1937 – 39 erwerbslos, 1939/40 Geschäftsf. eines Radebeuler Schulbuchverlags, 1940 Angest. des Dresdner Finanzamts; März 1940 Buchhalter im Stahlbaubetrieb Kelle & Hillebrandt (der späteren ABUS) in Dresden; ab 1943 Mitgl. der illeg. Widerstandsgr. um Georg Schumann, März 1944 Festnahme durch die Gestapo, Flucht während der Dresdner Bombennacht vom 13. zum 14.2.1945, mehrere Mitgl. der Schumann-Gr. werden hingerichtet.
1945/46 SPD/SED; 1946 verantwortl. für die Durchführung der Landtagswahlen im Krs. Meißen; anschl. Mitarb. im Sächs. Min. für Land- u. Forstw., 1947 – 50 Ltr. der Abt. Bodenreform, Ministerialdir., 1950 Entlassung aus polit. Gründen; 1951 Buchhalter, 1953 Sachbearb. im Konstruktionsbüro des Stahlbaubetriebs ABUS; 17.6.1953 Streikführer in Dresden; in der Nacht zum 18.6. Festnahme; 22./23.7.1953 Prozeß am BG Dresden, Verurteilung zu 15 Jahren Zuchthaus, Nov. 1960 Entlassung aus Haftanstalt Waldheim, Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl., Rentner, aktiv in Opferverbänden; gest. in Herten.

Sek.-Lit.: Russig, P.: W. G. – Dresdner Antifaschist u. Aufstandsführer des 17. Juni. Dresden 1997; Roth, H.: Der 17. Juni 1953 in Sachsen. Köln 1999.
ISK

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