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Grünberg, Gottfried

* 29.5.1899, † 7.2.1985
Stellv. Minister für Nationale Verteidigung

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Beuthen (Oder, Niederschles./Bytom Odrzańskie, Polen); Vater Kleinbauer; 1905 – 13 Volksschule; 1913 – 15 Arbeiter in Ratibor-Hammer; 1915 – 17 Bergarb. in Zernitz (Oberschles.); Febr. – Dez. 1917 Kriegseinsatz an der Balkanfront, Kavallerie; 1917/18 Internierung in Ungarn; 1919 Rückkehr nach Dtl.; bis 1931 Bergmann im Ruhrgeb., zul. in Baesweller, Schacht »Karl Alexander«; 1920 Kämpfer in der Roten Ruhrarmee; Funktionär der RH u. des RFB; 1928 KPD, Pol.-Ltr. einer Ortsgr.; 1929 Ausschluß aus der Gewerkschaft; 1930/ 31 Mitgl. der KPD-UB-Ltg. Aachen; Mitgl. der BL des Freien Bergarbeiterverb.; 1931 Ermittlungsverfahren wegen »Waffenschmuggels«; im Auftrag der KPD mit seiner Frau Emigr. in die UdSSR; 1931 – 33 Bergmann im Donezbecken (Schacht Nr. 18 »Stalin«, ehem. »Amerikanka«); dort Mitgl. der Gewerkschaftsltg.; 1933 – 34 Studium an der KUNMS (»Hauer«); Mitgl. der Gewerkschaftsltg. der Univ.; 1934 – 35 Studium an der Lenin-Schule (»Weber«), 1934 Abg. des Moskauer Stadtbez.-Sowjets »Frunse«; 1935 sowj. Staatsbürgerschaft; 1935 – 37 Gewerkschaftsinstrukteur im Kusnezkbecken; 1937 Lehrgang für Taktik der Pioniertruppen an der Militärschule »Erste Reiterarmee« in Tambow; dann Teiln. am span. Bürgerkrieg, bis Febr. 1939 Führer einer Pionierkomp. im Bat. »Jaroslaw Dombrowski« der XIII. Internat. Brigade, Ltn.; 1938 KP Spanien; Febr. – Mai 1939 im frz. Internierungslager Argelés, dort Ltr. der poln. Gruppe; Mai 1939 Rückkehr in die UdSSR; bis 1940 Instrukteur der IRH im Autowerk in Gorki, Betreuung span. Emigranten; 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erfaßt; Febr. 1941 Kursant der KI-Schule in Puschkino (b. Moskau); nach dem 22.6.1941 Freiw. bei der Roten Armee, nach militär. Spezialausbild. ab Okt. 1941 Angehöriger der I. mot. Schützenbrigade zur bes. Verfügung des NKWD; März 1942 Demobilisierung u. Delegierung zur KI-Schule in Kuschnarenkowo (»Fritz Weber«); 1942/43 Seminarltr. in einer Spezialschule der KI zur Ausbildung von Fallschirmspringern bei Moskau; Dez. 1942 strenge Rüge mit Verwarnung wegen wiederholten Verlusts des Ausweises; 1943 kurzfr. Einsatz in der Kriegsgefangenenschule in Krasnogorsk, dann Ltr. der Kriegsgefangenenschule in Taliza; ab Herbst 1944 Kursant der Parteischule Nr. 12 der KPD.
Am 6.5.1945 als Mitgl. der Gruppe  Gustav Sobottka nach Stettin; Stadtrat in Waren; bis 1950 Mitgl. der KPD-BL Mecklenb.-Vorpom. bzw. der SED-LL; Mitgl. der FDGB-LL u. der KB-LL sowie Abg. des Landtags; 1945 – 46 3. Vizepräs. der LV Mecklenb. für die Ressorts Justiz, Kultur u. Volksbildung; 1946 Vorstand der Abt. Arbeit u. Sozialfürsorge; Dez. 1946 – 50 Min. für Volksbildung in Mecklenb.; Frühj. 1947 Mitbegr. u. ab Sommer 1947 Landesvors. der Ges. zum Studium der Kultur der Sowjetunion; 1950 – 56 Gen.-Sekr. der DSF; ab 1956 Oberst-Ltn. u. ab 1957 Oberst der NVA; Ltr. der Abt. Prop. der Pol. HV der NVA, 25.8.1956 – 27.11.1957 Ltr. der Pol.
HV u. stellv. Min. (Nachf. von  Friedrich Dickel); 1958 – 60 Mitgl. der SED-KL im MfNV; 1960/61 Militärattaché in Moskau (Nachf. von  Hermann Gartmann); Mitgl. des NR der NF; 1962 aus gesundheitl. Gründen aus dem Dienst ausgeschieden; 1965 stellv. Bez.-Vors. der DSF in Berlin; 1966 Mitgl. der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1974 KMO; 1979 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.

Publ.: Der Kampf der DSF für die nationalen Interessen des dt. Volkes. Berlin 1953; Atomenergie, zum Segen der Menschheit. Berlin 1955; Spaniens Freiheitskampf 1936 – 1939. In: G. G. (Hrsg.): »Wir kämpfen u. siegen für dich – Freiheit!« Berlin 1956; Als Mitgl. der Gruppe Sobottka im Einsatz. In: Rosner, F. u. a. (Hrsg.): Vereint sind wir alles. Erinnerungen an die Gründung der SED. Berlin 1966; Kumpel, Kämpfer, Kommunisten. Berlin 1977.
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