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Grünberg, Karl

(Ps. Atta Troll)
* 5.11.1891, † 1.2.1972
Schriftsteller

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin-Pankow; Vater Schuhmacher, SPD-Mitgl., Mutter Hausgehilfin; Besuch der Volksschule in Berlin; mußte früh zum Unterhalt der Familie beitragen, 1904 – 07 Laufbursche u. Hilfsarbeiter bei versch. Firmen in Berlin; 1908 – 10 Laborant in Berlin; 1911 SPD; 1910 – 12 Arbeiter-Bildungsschule in Berlin; 1912 – 14 Laborant in Berlin, Oldenburg u. Leverkusen; 1915 – 18 Armierungssoldat an der Ostfront; 1919 Organisator von Soldatenräten in Berlin; 1919 USPD, Teiln. an den Revolutionskämpfen in Berlin, 1920 Führer eines proletar. Abwehrbataillons gegen den Kapp-Putsch in Berlin; 1920 KPD, mit der Organisierung u. Schulung von Arbeiterkorresp. betraut; 1924 Redaktionsvolontär der »Roten Fahne«, 1924 / 25 verantw. Red.; 1926 Lokalred. der zum Münzenberg-Trust gehörenden »Welt am Abend«; 1925 beteiligt an der Hrsg. einer der ersten Betriebszellen-Zeitungen der KPD »Die Borsig-Lokomotive«; 1926 im KPD-Auftrag Hrsg. der illeg. »Korrespondenz für Zellenzeitungen«; 1926 / 27 arbeitslos, in dieser Zeit entstand sein wichtigster Roman »Brennende Ruhr« (Rudolstadt 1929), die erste literar. Gestaltung der Kämpfe der Roten Ruhrarmee, zahlr. Nachaufl. u. Übersetzungen; 1928 Mitbegr. des BPRS, erster Sekr. der Berliner Ortsgruppe; 1929 Teiln. der ersten BPRS-Deleg. in die UdSSR; 1928 – 31 zahlr. Reportagen in der KPD-Presse über drei Reisen in die UdSSR; Hrsg. des Almanachs proletar.-rev. Lyriker »Feder u. Faust« (Moskau 1930); 1930 / 31 Pressekorresp. der RH; ab 1933 illeg. Arbeit, Auslandsberichterstattung über Dänemark u. Schweden nach Moskau, Berichte für die skandinav. Presse; Juni 1933 verhaftet, Haft in Berlin-Spandau u. im KZ Sonnenburg; 1934 / 35 weiter illeg. Arbeit, Hrsg. der illeg. KPD-Wahlzeitung zur letzten Betriebsrätewahl 1935 (»Der Maulwurf«); 1936 – 43 Chemotechniker bei Schering AG in Berlin, später auch an anderen Orten; dauernde Überwachung durch die Gestapo; 1943 – 45 dienstverpfl. bei der Luftschutzpolizei (Feuerwehrmann) in Essen u. Berlin.
1945 Aufbau des Bezirksamts Pankow, Amtsgerichtsdir.; 1945 / 46 polit. Red. der »Tägl. Rundschau«; seit 1947 freischaff. Schriftsteller in Berlin; 1948 erschien der stark autobiogr. Roman »Das Schattenquartett«; 1949 die Novelle »Die Flucht aus dem Eden« beschreibt die Novemberrev. 1918 / 19 (u. a. die Ermordung K. Liebknechts u. R. Luxemburgs sowie die Flucht  Wilhelm Piecks aus dem Hotel »Eden«); wandte sich als einer der ersten der Produktionsproblematik zu mit dem wenig geglückten Stück »Golden fließt der Stahl«, das 1950 erst nach zahlr. Ablehnungen u. parteiinternen Auseinandersetzungen im Stadttheater Nordhausen uraufgeführt wurde; Hauptthemen blieben Geschehnisse aus der Gesch. der dt. Arbeiterbew.; Mitgl. d. DSV; 1953 NP; 1961 Banner der Arbeit; 1966 VVO; gest. in Berlin.

Publ.: Es begann im Eden. Erzählungen. Berlin 1951; Gloria Victoria. Roman. Berlin 1960; Mit der Zeitlupe durch die Weimarer Republik. Reportagen. Berlin 1960; Werke in Einzelausgaben. Hrsg. H. Baumgart. Berlin 1975 – 1983.
BRB

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Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 5. November 1891 in Berlin, Sohn eines Schuhmachers; zunächst ungelernter Arbeiter, später Laborant. 1910 besuchte er die Arbeiterbildungsschule, wurde Gewerkschaftsmitglied und trat 1911 in die SPD ein. Von 1915 bis 1918 Soldat an der Ostfront. Er nahm 1919 an den Revolutionskämpfen in Berlin teil und war Organisator der Soldatenräte bei der Republikanischen Soldatenwehr. Mitglied der USPD, 1920 der KPD und freier Mitarbeiter an der »Roten Fahne«, Organisator der Arbeiterkorrespondentenbewegung und 1924 Herausgeber der ersten KPD-Betriebszeitung »Die Borsiglokomotive«. Seit 1924 Redaktionsvolontär bei der »Roten Fahne«, dann Lokalredakteur der »Welt am Abend«. 1928 Mitbegründer und 3.Vorsitzender ( Johannes R. Becher war 1.Vorsitzender, Paul Körner [ Paul Schrader"> 2.Vorsitzender) des BPRS in Berlin. Sein bekanntestes Werk »Brennende Ruhr« erschien 1928. Zu dem Roman aus der Zeit des Kapp-Putsches, eingeführt von Johannes R. Becher, bemerkte Thomas Mann: »...daß das Buch starke künstlerische Eigenschaften besitzt«. In diesem Roman entfaltete Grünberg ein facettenreiches Bild der (lokal-)historischen Begebenheiten und der politischen Motive zentraler Führergestalten. Grünberg war außerdem Reichstagsberichterstatter sowie Chefredakteur der »Roten-Hilfe-Korrespondenz«. Nach 1933 im Widerstand, er wurde verhaftet und kam in das KZ Sonnenburg. Danach Arbeit als Steineklopfer und Chemotechniker und 1943 zur Feuerschutzpolizei einberufen. 1945 war er zeitweise Amtsgerichtsdirektor, dann Redakteur der SMAD-Zeitung »Tägliche Rundschau« und lebte schließlich als freischaffender Schriftsteller in Berlin-Grünau, 1953 erhielt er den Nationalpreis der DDR. Karl Grünberg starb am 1.Februar 1972.

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