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Grundig, Lea

geb. Langer
* 23.3.1906, † 10.10.1977
Grafikerin, Präsidentin des Verbands Bildender Künstler

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Dresden in einer jüd. Fam., Vater Kfm., Mutter Schneiderin; 1912 – 22 Bürgerschule in Dresden; 1922 Studium an der Kunstgewerbeakad. Dresden, anschl. an der Kunstschule »Der Weg« u. ab 1923 an der Kunstakad. in Dresden; 1920 – 25 Mitgl. im zionist. Jüd. Wanderbund »Blau-Weiß«; 1925 Kommunist. Studentenverb; 1926 KPD; 1928 Austritt aus der Jüd. Gemeinde; 1928 Heirat mit  Hans G.; belegte Kurse der MASCH; Mitarb. in der Agitprop-Gruppe »Linkskurve«; 1928 Mitgl. der Dresdner Kunstgenossenschaft; 1929 Mitbegr. der Dresdener ASSO; seit dieser Zeit war ihr Werk themat. auf das Proletariat, bes. auf Frauen u. Kinder sowie auf pol. Aktionen bezogen (beeinflußt von Käthe Kollwitz); 1930 Lehrgang an der KPD-Parteischule in Berlin; Mitarb. der Abt. Frauen der KPD-BL Sachsen; ab 1933 illeg. Arbeit in der Widerstandsgr. um  Kurt Magritz,  Rudi Wetzel u. a.; 1936 kurzz. verhaftet; 1936 Reise in die Schweiz; illeg. entstanden zahlr. graf. Zyklen u. Folgen: »Krieg droht« (1935 – 37), »Unterm Hakenkreuz« (1933 – 37), »Der Jude ist schuld« (1935 – 38); Mai 1938 in Dresden verhaftet, im März 1939 wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« zu vier Mon. Gefängnis verurteilt, bis Nov. 1939 Haft im Gerichtsgefängnis Dresden; Ausreisegenehmigung u. Emigr. nach Palästina; 1940 – 42 im brit. Internierungslager Athlit; 1942 – 48 freischaff. in Haifa u. Tel-Aviv, dort graf. Werke »Antifa. Fibel« (1941), »Im Tal des Todes« (1942/43); ab 1942 Ausstellungen in Palästina, den
USA, Frankreich, Südafrika u. Großbritannien; 1942 – 48 Mitgl. der illeg. KP Palästina, Zeichnerin der KP-Ztg. »Volksstimme«; Mitgl. der illeg. »Liga V« (Ges. der Freunde der Sowjetunion).
Febr. 1949 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1949/50 Doz. an der Kunsthochschule Dresden; 1950 Abg. des Sächs. Landtags, ab 1952 des Bezirkstags Dresden; 1950 – 67 Prof. an der HS für Bildende Künste Dresden, Mitgl. des ZV des VBKD; 1958, 1962 u. 1967 NP; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1959 Mitgl. der DDR-Deleg. zur Genfer Außenministerkonferenz; 1960 Reise nach China; 1961 Mitgl. der DAK; 1961 Reise mit  Bodo Uhse nach Kuba; 1962 Präs. der V. Dt. Kunstausstellung; seit 1963 Mitgl. des ZK der SED; 1964 – 70 Präs. des VBKD (Nachf. von  Walter Arnold); 1965 VVO; 1967 em.; 1967 Mitunterzeichn. der antiisrael. »Erklärung jüd. Bürger der DDR«; 1970 Ehrenspange zum VVO; ab 1970 Ehrenpräs. des VBK; 1972 Martin-Andersen-Nexö-Preis der Stadt Dresden, Dr. h. c. der EMAU Greifswald; 1976 KMO; gest. auf einer Mittelmeerreise auf der MS »Völkerfreundschaft«.

Publ.: Gesichte u. Geschichte. Berlin 1958; L. G.: Zeichnungen. Graphik. Ausstellung 1975/76 Berlin, Leipzig, Dresden. Berlin 1976; Über Hans Grundig u. die Kunst des Bildermachens. Berlin 1978.
Sek.-Lit.: Frommhold, E.: H. u. L. G. Dresden 1958; Hütt, W.: L. G. Leipzig 1969; Birnbaum, B.: Die Maler aus der Ostbahnstraße. Aus dem Leben von Hans u. L. G. Berlin 1990; Brüne, G. u. a. (Hrsg.): L. G. Jüdin, Graphikerin, Kommunistin. Berlin 1996.
MaH; BRB

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