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Gysi, Gregor

* 16.1.1948
Vorsitzender der SED-PDS

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater  Klaus Gysi; 1954 – 62 POS, 1962 – 66 EOS, Abitur u. Lehrabschl. als Facharbeiter für Rinderzucht; 1962 FDJ u. DSF; 1963 FDGB; 1966 – 70 Jurastudium an der HU Berlin, Dipl.-Jur.; 1970/71 Assistentenausbildung am Stadtbez.-Gericht Berlin-Friedrichshain u. im Rechtsanwaltskolleg.; 1967 SED; Mitgl. der Vereinigung Demokrat. Juristen; ab 1971 Rechtsanwalt, vertrat u. a.  Robert Havemann u.  Rudolf Bahro sowie Mitgl. von opp. Gruppen; 1976 Prom. an der HU Berlin zum Dr. jur. mit einer Diss. zum soz. Rechtsverwirklichungsprozeß; 1988/89 Vors. des Kolleg. der Rechtsanwälte Berlins u. des Rats der Vors. der Kollegien in der DDR; Nov. 1989 legte G. G. einen Gegenentwurf der Rechtsanwälte zum Reisegesetzentwurf der Reg. vor; 3.12.1989 Mitgl. des Arbeitsaussch. zur Vorber. des a. o. Parteitags der SED, verantw. für die Untersuchung von Amtsmißbrauch u. Korruption; Dez. 1989 – März 1990 SED-PDS-Vertreter am Zentr. Runden Tisch; 9.12.1989 – Jan. 1993 Vors. der SED-PDS bzw. PDS; März – Okt. 1990 Abg. der Volkskammer, Vors. der PDS-Fraktion.
Okt. 1990 – Febr. 2002 Abg. des Dt. Bundestags (Direktmandat), bis 1998 Vors. der Gruppe der PDS (mehrmals bestätigt), Okt. 1998 – 29.9.2000 der PDS-Fraktion; widersprach stets dem Verdacht, als IM »Notar« für das MfS tätig gewesen zu sein; Juli 1992 Mitbegr. der »Komitees für Gerechtigkeit«; Kuratoriumsmitgl. der Stiftung Archiv der Parteien u. Massenorg. der DDR; 17.1.2002 – 31.7.2002 Berliner Bürgermstr. u. Wirtschaftssenator; seit Aug. 2002 wieder als Rechtsanwalt tätig; seit Sept. 2005 erneut Abg. des Dt. Bundestags (Direktmandat), Dez. 2005 bis zum Gründungsparteitag der Linkspartei im Juni 2007 auch Mitgl. der WASG; zus. mit Oskar Lafontaine Vors. der Fraktion »Die Linke«.

Publ.: Wir brauchen einen dritten Weg (Hrsg.). Hamburg 1990; Handbuch für Rechtsanwälte (mit Autorenkoll.). Berlin 1990; Sturm aufs Große Haus. Der Untergang der SED (mit T. Falkner). Berlin 1990; Das war’s. Noch lange nicht. München 1997; Freche Sprüche. Berlin 1998; Ein Blick zurück, ein Schritt nach vorn. Reinbek 2002; Was nun? Hamburg 2003.
Sek.-Lit.: Runge, I., Stellbrink, U.: G. G. »Ich bin Opposition«. Berlin 1990; Sabath, W.: G. G. Berlin 1993; Mytze, A. (Red.): G. G. u. das MfS. London 1995; König, J.: G. G. Eine Biogr. Berlin 2005.
HME

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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