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Gysi, Klaus

* 3.3.1912, † 6.3.1999
Minister für Kultur, Staatssekretär für Kirchenfragen

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin in einer dt.-jüd. Fam.; Vater Arzt, Mutter Buchhalterin; Volksschule in Berlin-Neukölln, Realgymnasium, 1931 Abitur in Darmstadt; 1928 Mitgl. des KJVD, der IAH u. des Soz. Schülerbunds, 1931 der KPD in Frankfurt (Main); 1931 – 35 Studium der Volkswirtschaft in Frankfurt (Main), 1931/32 in Paris (Sorbonne), Innsbruck u. ab Sommer 1933 in Berlin, Jan. 1935 Abschlußprüfung an der Univ. Berlin, Dipl.-Volkswirt; 1931 – 33 Mitgl. der Roten Studentenbew.; Pol.- u. Org.-Sekr. in Frankfurt (Main) u. Berlin; ab 1933 Mitgl. der Reichsltg. der Roten Studentenbew., 1933/34 dort illeg. Arbeit (»Paul Riemer«); Kurierfahrten; 1935 Relegation von der Univ. Berlin; Frühj. 1936 in Cambridge (Kontakt mit Prof. Maurice Dobb); 1939 Mitgl. der Studentenltg. der KPD in Paris; 1939/40 vorübergehend in Frankreich interniert (Lager Virzou, Bourges u. a.); 1940 nach Toulouse zu  Franz Dahlem, auf KPD-Beschluß zurück nach Dtl. (legale Einreise über Freiburg); 1940 – 45 illeg. pol. Tätigkeit in Berlin; war zus. mit seiner damaligen Frau  Irene Gysi freischaff. als wiss. Mitarb. des Verlags Hoppenstedt & Co. in Berlin, Spezialarchiv der dt. Wirtschaft.
1945 Bez.-Bürgermstr. in u. Mitgl. der KPD-KL Berlin-Zehlendorf; 1946 SED; 1945 – 48 Chefred. der kulturpol. Ztschr. »Aufbau«; ab 1945 Mitgl. des Präsidialrats, 1949 – 51 Bundessekr. des KB; Mai 1951 Funktionsverbot wegen angebl. Unklarheiten in seiner Vergangenheit (1940 – 45); 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1952 – 57 stellv. Abt.-Ltr. u. Ltr. des Ressorts Dt. Lit.-Geschichte im Verlag Volk u. Wissen in Berlin, Mitgl. der ZPL des Verlags; 1956 – 65 als IM »Kurt« beim MfS erf.; 1957 – 66 Ltr. des Aufbau-Verlags (Nachf. des verhaft.  Walter Janka); 1957 – 77 Mitgl. des Präs. des KB; 1958 – 62 Stadtverordneter in Berlin; 1959 – 66 Vorsteher des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig (Nachf. von  Heinrich Becker); ab 1963 ehrenamtl. Mitgl. der Westkommission des PB; 1966 – 73 Min. für Kultur (Nachf. von  Hans Bentzien); Mitgl. des Min.-Rats u. der Kulturkommission beim PB des ZK der SED; 1967 – März 1990 wiederum Abg. der Volkskammer; 1969 Banner der Arbeit; 1970 Erinnerungsmed. d. MfS; Lenin-Erinnerungsmed.; 1972 VVO; 1973 – 78 Botschafter in Italien u. Malta; 1977 KMO; 1979 Gen.-Sekr. d. Komitees f. Europ. Sicherheit u. Zusammenarbeit; Nov. 1979 – 88 Staatssekr. für Kirchenfragen (Nachf. von  Hans Seigewasser); 1982 Ehrenspange zum VVO; 1987 Großer Stern d. Völkerfreundschaft; Dr. h. c. der FSU Jena; 1988 Ruhestand; 1990 PDS; gest. in Berlin.

Sek.-Lit.: Reich-Ranicki, M.: Ein Fanatiker, mit dem sich reden läßt. Der neue Kulturminister der DDR: K. G. In: Die Zeit, 28.1. 1966; Janka, W.: Die Unterwerfung. München, Wien 1994; Wolffsohn, M.: Die Dtl.-Akte. München 1995; Walther, J.: Sicherungsber. Lit. Schrifts. u. Staatssicherheit in der DDR. Berlin 1996; Hartewig, K.: Zurückgekehrt. Jüd. Kommunisten in der DDR 1945 – 1990. Weimar 2000; König, J.: Gregor Gysi. Eine Biogr. Berlin 2005. BRB; HME

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