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Hähnel, Walter

* 12.4.1905, † 9.10.1979
SED-Funktionär

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Chemnitz; Vater Maschinist; Volksschule; 1919 – 22 Ausbildung zum Kfm.; 1919 FSJ; 1920 Mitgl. des KJVD u. 1923 der KPD; 1922 – 31 ZdA; 1923/24 Mitgl. der KJVD-BL Erzgeb. (Vogtl.), dort Ltr. des örtl. KPD-Nachrichtendienstes; 1924 – 27 Mitarb. im Apparat der KJVD-BL Erzgeb.-Vogtl., bis 1928 Angeh. der »Chemnitzer Linken«; 1926/27 Chefred. »Junge Kämpfer« (Chemnitz); 1927 – 31 Mitgl. des ZK des KJVD; 1928/29 in Berlin; 1929/30 in Moskau; Instrukteur der KJI in Prag; 1931 verhaftet, drei Mon. U-Haft in Leitmeritz (Litomĕřice, ČSR), wegen »Verstoßes gegen das Pressegesetz« zu Geldstrafe verurteilt u. ausgewiesen; Reichsjugendltr. des »Kampfbunds gegen den Fasch.« (KgdF), 1931/32 Mitgl. der Reichsltg.; 1933 – 35 Mitgl. der KPD-LL u. ab 1934 der KJVD-LL (Nachf. von  Erich Jungmann); 1935 – 38 Mitgl. des ZK des KJVD in Moskau (»Karl«); faktisch Vors. u. Kaderltr. des KJVD; Kand. des KJI-Sekr. u. KJVD-Vertreter in Moskau; ab Aug. 1938 im KJI-Auftrag in Frankreich, leitender KJVD-Funktionär in Paris; 1939/40 interniert, geflohen; 1940/41 illeg. in Toulouse; Mitbegr. der KPD-Ltg. in Toulouse (»Schwung«); Apr. – Juni 1941 im Lager Les Milles, 1941/42 in Le Vernet interniert (»Karl Kunert«); März – Sept. 1942 im Auswanderer-Lager Les Milles (geplante Ausreise nach Kuba wird von ihm abgelehnt), anschl. Flucht, ab Sept. 1942 illeg. in Toulouse; 1943 Mitgl. der KPD-Ltg. in Paris; Red. der »Stimme des Volkes«; 1943 Mitgr. u. Mitgl. des Komitees Freies Dtl. für den Westen; 1943 – 45 Red. von »Volk u. Vaterland«; 1945 in Paris als Parteisekr. der KPD in Frankreich.
Juli 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 KPD/ SED; 1945/46 Mitarb. beim ZK der KPD, Abt. Reichsbez.; 1946 Mitgl. der »Zonenltg.«; später Mitarb. der AG SED-KPD in der Westabt. des ZS der SED; Dez. 1947 VVN; 1949 Hauptref. der Westkommission beim ZS der SED, ab April 1951 Ltr. des Sektors »westl. Kader« in der Abt. Kader des ZS bzw. ZK der SED; 1950 Abenduniv. an der PHS; 1952 – 60 stellv. Ltr. der Abt. Kaderregistratur, dann Abt. Arbeitsbüro (Anleitung u. Verbindungen zur KPD) des ZK der SED, zus. mit  Adolf Pöffel von der Funktion entbunden; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1961 – 70 Mitarb. beim ZK der KPD in Berlin (Ost); April 1970 Parteiveteran; 1961 Arthur-Becker-Medaille; 1960 u. 1965 Banner der Arbeit; 1970 VVO; 1975 KMO; gest. in Berlin.

BRB

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Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 12. April 1905 in Chemnitz, Sohn eines Arbeiters. Lehre als Kontorist, anschließend kaufmännischer Angestellter. 1919 Mitglied der FSJ, ab 1920 der kommunistischen Jugend, 1923 Mitglied deren BL Erzgebirge-Vogtland. Im Februar 1925 Mitglied der KPD. 1926/27 verantwortlich für den »Jungen Kämpfer«, einer Bei-
lage der Chemnitzer KPD-Zeitung. Hähnel wur-
de Ostern 1927 auf dem 10. Jugend-Kongreß in Hamburg in das ZK der KJVD und auf dem XI. Essener Parteitag 1927 als Jugendvertreter zum Mitglied des ZK der KPD gewählt. In der Wittorf-Affäre stellte sich Hähnel auf die Seite Ernst Thälmanns, wurde in das Büro des ZK des KJVD geholt, nach der Reichskonferenz vom November 1928 Redakteur der »Jungen Garde«. Auf dem XII. Parteitag der KPD 1929 nicht mehr ins ZK berufen. Von Oktober 1929 bis April 1930 bei der KJI in Moskau, anschließend Instrukteur der KJI beim tschechischen kommunistischen Jugendverband. In den Auseinandersetzungen zwischen Neumann-Remmele und Thälmann stand Hähnel mit Fritz Grosse gegen Kurt Müller und Al-
fred Hiller auf seiten Thälmanns. 1931 wurde er Reichsjugendleiter, ab November 1931 Orgleiter des Kampfbundes gegen den Faschismus. Ab Februar 1933 Mitglied der illegalen RFB-Bundesführung in Berlin, dann Leiter des illegalen KJVD in Berlin. 1935 Emigration nach Moskau, dort mit der Leitung des KJVD beauftragt, da Gabo Lewin, der nach der Verhaftung Fritz Grosses den KJVD leitete, ein Anhänger Hermann Schuberts war. Delegierter des VII. Weltkongresses der Komintern 1935, Hähnel sprach in der Diskussion zur Jugendpolitik der KPD. Auf dem anschließenden VI. Weltkongreß der KJI erstattete er den Bericht des KJVD und wurde in das Exekutivkomitee der KJI geholt. Auf der »Brüsseler Konferenz« im Oktober 1935 wurde er in Moskau wieder als Mitglied ins ZK der KPD gewählt, hier vor allem für Kaderfragen verantwortlich. Im September 1938 fuhr Hähnel nach Paris, dort bis September 1939 im Auslandssekretariat der KPD. Auch die »Berner Konferenz« 1939 berief Hähnel er-
neut als Mitglied ins ZK. Nach Kriegsausbruch in verschiedenen Lagern interniert, flüchtete er 1940 und lebte als Karl Kunert illegal in Toulouse, war dann bis September 1942 erneut interniert. Danach arbeitete er in der Résistance, war Mitglied der KPD-Leitung in Paris und aktiv in der Bewegung Freies Deutschland. Im Juli 1945 kehrte Hähnel nach Berlin zurück und wurde Mitarbeiter der Abteilung Reichsbezirke des ZK der KPD. 1946 zunächst leitender Mitarbeiter der KPD-Zonenleitung, später der Arbeitsgemeinschaft im ZS der SED. Ab 1949 Hauptreferent in der Westkommission, nach deren Auflösung Leiter bzw. Mitarbeiter des Kadersektors KPD bzw. des Arbeitsbüros im ZK der SED. Im April 1970 aus dem hauptamtlichen Apparat ausgeschieden, er erhielt 1975 den Karl-Marx-Orden. Walter Hähnel starb am 9. Oktober 1979 in Ost-Berlin.

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