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Hammer, Walter (eigtl.: Walter Hösterey)

* 24.5.1888, † 9.12.1966
Publizist

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Elberfeld; Vater Bäcker; Wandervogelbew.; ab 1906 schriftsteller. tätig; ab 1912 führend in der Freidt. Jugend; 1915 – 18 Militärdienst; ab 1920 Hrsg. versch. einflußr. Ztschr. (»Junge Menschen«, »Der Fackelreiter«, »Junge Rep.«); 1922 Ehrenvors. des Friedensbundes für Kriegsteilnehmer; 1924 Reichstagskand. der Rep. Partei Dtl.; 1925 Mitgl. im Reichsaussch. des Reichsbanners; 1928 Mitgl. des Reichsaussch. des Rep. Reichsbundes; Juni 1932 Mitunterz. des Appells für eine Einheitsfront der Arbeiterparteien gegen den Nationalsoz.; 1933 »Schutzhaft«; Forts. publizist. Tätigkeit unter Tarnnamen; Dez. 1933 Flucht nach Amsterdam; mit Ludwig Quidde dt. Vertreter bei der Weltfriedenskonferenz in Locarno; Ende 1934 nach Dänemark; journalist. Tätigkeit u. illeg. pol. Arbeit nach Dtl.; Ausbürgerung 31.7.1938 (Liste 127); Mai 1940 mißglückter Fluchtversuch nach Schweden, Festnahme durch dän. Polizei u. Auslieferung an die Gestapo; 1941 KZ Sachsenhausen; 29.10.1942 verurteilt zu fünf Jahren Zuchthaus, bis April 1945 Haft in Brandenb.
Nach 1945 Bergung von Akten u. Auskunftserteilung an Angeh. ehem. Häftlinge; ab 1948 Ltr. des Forschungsinst. Brandenb. (Landesarchiv Potsdam); Aufbau eines Archivs, eines Museums u. einer Gedenkstätte; Mitgl. des Bez.-Vorst. VVN; 1950 Schließung der Arbeitsstelle durch die SED; Übersiedl. nach Hamburg, dort Aufbau des Walter-Hammer-Archivs über Widerstand u. Verfolgung; publizist. Tätigkeit; Gründer u. Ltr. des Arbeitskrs. Dt. Widerstand, das Archiv wurde nach 1966 dem Inst. für Zeitgeschichte in München übergeben; 1953 Bundesverdienstkreuz; 1964 Großes Bundesverdienstkreuz; gest. in Hamburg.

Publ.: Mußte das sein? Vom Leidensweg der aus Dänemark ausgelieferten dt. Emigranten. Brandenb. 1948; Theodor Haubach zum Gedächtnis. Frankfurt (Main) 1955; Hohes Haus in Henkers Hand. Frankfurt (Main) 1956.
Sek.-Lit.: Hammer-Hösterey, E., Sieker, H. (Hrsg.): Die bleibende Spur. Ein Gedenkbuch für W. H. 1888 – 1966. Hamburg 1967; Kolk, J.: W. H. Mentale Remigration u. Widerstandsforschung im Kalten Krieg. In: Krohn, C.-D., von zur Mühlen, P.: Rückkehr u. Aufbau nach 1945. Dt. Remigranten im öffentl. Leben Nachkriegsdtl. Marburg 1997; Steffensen, S.: W. H. Schriftst. u. Red. In: Dähnhardt, W., Nielsen, B. S. (Hrsg.): Exil in Dänemark. Dt.- spr. Wissenschaftler, Künstler u. Schriftst. im dän. Exil nach 1933. Heide 1993.
MFS

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