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Hattenhauer, Katrin

* 10.11.1968
Bürgerrechtlerin

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Nordhausen; Vater vor der Geburt gest., Mutter Krankenschwester; Schule in Nordhausen; Ausbildung zur Facharbeiterin für Schreibtechnik in Nordhausen; währenddessen Mitarbeit am Theater Nordhausen u. a. als Puppenspielerin u. Kulissenmalerin; Mitarbeit im Kirchl. Forschungsheim Wittenberg u. Praktikum in der Zionsgemeinde Dresden; 1988 Aufnahme eines Studiums am Theolog. Seminar in Leipzig, Febr. 1989 exmatrikuliert nach verdeckter staatl. Einflußnahme, danach keine längeren Anstellungen, da das MfS bei den Arbeitgebern vorstellig wird; Mitarbeit im kirchl. Arbeitskreis Gerechtigkeit, Mitwirkung an Friedensgebeten, Juni 1988 beteiligt an einer Eingabe mit der Forderung zum Ausstieg aus der Atomenergie; 24.10.1988 nach Plakataktion vor der Leipziger Nikolaikirche Festnahme u. Ordnungsstrafe; Verbreitung eines Flugblattes in der Nacht vom 11. / 12.1.1989, in dem zu einer Protestdemonstration anläßl. des Jahrestages der Festnahmen in Berlin am Rande der Luxemburg-Demonstration in Leipzig aufgefordert wurde; im Anschluß an das Friedensgebet in der Nikolaikirche am 8.5. 1989 wg. passiven Widerstands Festnahme u. Belehrung durch die VP; beteiligt am Zustandekommen des verbotenen Leipziger Straßenmusikfests am 10.6.1989; Aug. 1989 Hungerstreik in der Nikolaikirche; demonstrierte am 4.9.1989 vor der Nikolaikirche mit dem Transparent »Für ein offenes Land mit freien Menschen«; am 11.9.1989 nach dem Ende des Friedensgebets auf dem Nikolaikirchplatz in Leipzig festgenommen u. inhaftiert wg. Weigerung, den Platz zu verlassen, nach Protesten in Berlin u. Leipzig am 13.10.1989 Einstellung des Ermittlungsverfahrens u. Entlassung aus der U-Haft; vom MfS erf. im OPK »Meise«; 1989 Mitarbeit am »Grünbuch«, Mitbegr. des Archivs Bürgerbewegung e. V.
Tätig als Künstlerin, Ausstellungen in Berlin, Florenz, Leipzig (Nikolaikirche), Nordhausen u. Houston; lebt in Berlin-Wilmersdorf u. Pelle (Italien).

ChH

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