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Heinrich, Reinhart

* 24.4.1946, † 23.10.2006
Biophysiker

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Dresden, aufgewachsen in Kuibischew; Vater Mathematiker, der 1946 – 54 zur wiss. Tätigkeit in der Sowjetunion zwangsverpflichtet wurde; ab 1956 Schulbesuch in Dresden, 1964 Abitur an der Kreuzschule; anschl. Studium der Physik an der TU Dresden, dort 1971 Prom. mit einer Arbeit zur theoret. Festkörperphysik bei Hans-Georg Schöpf; ab 1971 Ass. am Inst. für Physiolog. u. Biolog. Chemie der HU Berlin, Beginn der Zusammenarbeit mit den Biochemikern  Mitja S. Rapoport u.  Tom A. Rapoport; 1974 Humboldt-Preis der HU Berlin; 1977 gemeinsame Diss. B mit T. A. Rapoport »Theoret. Untersuchung zur Regulation von Stoffwechselsystemen insb. der Erythrozytenglykolyse«, Dr. sc.; 1977 / 78 Studienaufenthalt am Inst. für Biolog. Physik der AdW der UdSSR bei Evgeni Selkov; 1979 Doz. u. Ltr. der Arbeitsgr. Theoret. Biophysik; 1985 / 90 Mitgl. des wiss. Rats des ZI für Molekularbiologie der AdW; 1990 Prof. für theoret. Biophysik; gest. in Berlin.
Nach den Arbeiten zur Metabolischen Kontrolltheorie, die 1974 – 77 aus der Kooperation mit M. u. T. Rapoport hervorgegangen sind u. zu den meistzitierten Aufsätzen eines DDR-Wissenschaftlers zählen, beschäftigte sich H. mit weiteren Problemen der mathemat. Modellierung u. Analyse von Stoffwechselsystemen sowie von Membranprozessen u. -strukturen.

Publ.: The Regulation of Cellular Systems. New York 1996 (mit St. Schuster); Jenseits von Babel. Berlin 1987 (autobiogr. Roman, Louis-Fürnberg-Preis 1988).
Sek.-Lit.: Kirschner, M. W.: R. H. (1946 – 2006). Pioneer in Systems Biology. Nature 444 (7.12.2006).
DiH

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