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Herrnstadt, Rudolf

(Ps. R. E. Hardt)
* 18.3.1903, † 28.8.1966
SED-Funktionär, Chefredakteur des SED-Zentralorgans »Neues Deutschland«

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Gleiwitz (Oberschles./Gliwice, Polen) in einer dt.-jüd. Fam.; Vater Rechtsanwalt; Humanist. Gymnasium; 1922 Jurastudium in Berlin u. Heidelberg; 1922 freier Publizist; 1922 – 24 Praktikant in den Oberschles. Zellstoffwerken Krappitz; 1924 – 28 Lektor in Berliner Verlagshäusern; 1928 Red. beim »Berliner Tageblatt«; 1931 KPD (»Friedrich Brockmann«); ab 1930 tätig für den Nachrichtendienst (Abt. IV) der Roten Armee (GRU); 1930 – 36 Auslandskorrespondent des »Berliner Tageblatts« in Prag, Warschau, Moskau; 1936 – 39 Auslandskorrespondent u. a. für »L’Europe«; Sept. 1939 Flucht in die UdSSR; 1940 – 43 Mitarb. im Gen.-Stab der Roten Armee; kurzz. Chefred. der Ztg. »Das freie Wort«; 1943 – 45 Mitarb. im NKFD, Mitautor des Gründungsmanifests, Chefred. der Ztg. »Freies Dtl.«; Mitautor der KPD-Richtlinien für die Arbeit in den sowj. besetzten dt. Gebieten.
Mai 1945 Rückkehr nach Berlin; Mitbegr. von Berliner Verlag u. »Berliner Ztg.«, bis 1949 deren Chefred.; Juni 1949 – Juli 1953 Chefred. des »Neuen Dtl.« (Nachf. von  Lex Ende); seit 1946 SED; 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer; ab 1950 Mitgl. des ZK der SED u. Kand. des PB; Juli 1953 wegen angebl. fraktioneller Tätigkeit (mit  Wilhelm Zaisser) aus dem ZK u. im Jan. 1954 aus der SED ausgeschl. (29.11.1989 von der ZPKK der SED rehabil.); 1953 – 66 Angest. im Dt. Zentralarchiv, Abt. Merseburg; gest. in Halle (Saale).

Publ.: Der Kölner Kommunistenprozeß. Berlin 1958; Die Beine der Hohenzollern. Berlin 1960 (unter dem Ps. R. E. Hardt); Die Entdeckung der Klassen. Berlin 1965; Das Herrnstadt-Dokument. Das PB der SED u. die Geschichte des 17. Juni 1953. Reinbek 1990 (Hrsg. N. Stulz-Herrnstadt).
Sek.-Lit.: Müller-Enbergs, H.: Der Fall Rudolf Herrnstadt. Tauwetterpol. vor dem 17. Juni 1953. Berlin 1991; ders.: Erst Chefred., dann »Unperson«. In: JHK 1995. Berlin 1996; Görldt, A.: R. H. u. Wilhelm Zaisser. Frankfurt (Main) 2002; Liebmann, I.: Wäre es schön? Es wäre schön! Mein Vater R. H. Berlin 2008.
HME

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