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Hirsch, Rudolf

* 17.11.1907, † 7.6.1998
Gerichtsreporter, Schriftsteller, Publizist

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Krefeld in einer jüd. Familie; Vater Schuhhändler; Realgymnasium; 1924 – 28 Ausbildung zum Kfm.; 1928 – 31 kfm. Angest.; 1931 Übernahme des väterl. Schuhgeschäfts in Krefeld; 1931 KPD; 1933 Emigr. in die Niederlande, abgeschoben nach Belgien; 1934 – 37 illeg. in Dtl., Mitgl. der Widerstandsgr. »Neu Beginnen«; 1937 Emigr. nach Palästina; 1938/ 39 in Stockholm, illeg. Arbeit für »Neu Beginnen«, ausgewiesen; 1939 – 49 in Palästina, dort Schuhfräser; zus. mit  Arnold Zweig Mitbegr. einer Gruppe »Komitee Freies Dtl.«.
Nov. 1949 über Italien u. Österreich Übersiedlung in die DDR (Berlin); ab 1950 Gerichtsreporter der »Tägl. Rundschau«; seit 1954 ständ. Gerichtsreporter der »Wochenpost« mit der wöchentl. Kolumne »Als Zeuge in dieser Sache« (1953 – 81); zahlr. Gerichtsreportagen; 1956 »Das gefälschte Logbuch« (in der Emigr. begonnener pol. Kriminalroman); zwei Romane über Ägypten u. die brit. Mandatsmacht im Nahen Osten; Hörspiele, Kinderbücher u. dokumentar.-schriftsteller. Arbeiten zum Judentum; 1980 Heinrich-Heine-Preis; 1987 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR, dann Dt. PEN-Zentrum (Ost); 1987 Goethe-Preis; 1988 NP (im Koll.); seit 1958 verh. mit d. Schriftst.  Rosemarie Schuder; gest. in Berlin.

Publ.: Als Zeuge in dieser Sache. Report. Berlin 1958; Um die Endlösung: Prozeßberichte über den Lischka-Prozeß in Köln u. den Auschwitz-Prozeß in Frankfurt am Main. Rudolstadt 1982; Patria Israel. Roman. Berlin 1983; Der gelbe Fleck. Wurzeln u. Wirkungen des Judenhasses in der dt. Geschichte. Berlin 1987 (mit R. Schuder); Das Leben – was sonst. Gesamtausgabe der Gerichtsberichte. Berlin 1990/91; Die arische Jüdin. Autobiogr. Berlin 1993; Der Markus-Wolf-Prozeß. Berlin 1996; »Judenkönig«: Das Leben des Kurt Julius Goldstein. Berlin 1996/2009; Ausgesuchte Sündenfälle. Der Reporter in eigener Sache. Berlin 1997.
Sek.-Lit.: Polkehn, K.: Das war die Wochenpost. Berlin 1997; Otto, J.: Chuzpe hieß sein Geheimnis. R. H. war der berühmteste Gerichtsreporter der DDR. In: Die Zeit, 5.2.1998.
KaH; BRB

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