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Jahn, Rudolf (Rudi)

* 4.11.1906, † 30.9.1990
Ministerpräsident des Landes Brandenburg

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Paunsdorf b. Leipzig; Vater Metallarb.; 1913 – 21 Volksschule; 1921 – 25 Ausbildung zum Bau- u. Möbeltischler; 1921 SAJ; 1922 Dt. Holzarbeiterverb.; 1923 KJVD; 1924 Teiln. am »Kongreß der Werktätigen« in Eisenach u. an den bewaffn. Kämpfen um den »Hallenser Blutsonntag«, zwei Ermittl.-Verf. wg. »Hochverrats«; 1924/25 Ltr. der Jugendsekt. im Dt. Holzarbeiterverb.; 1925 – 28 Wanderschaft (Dänemark, Schweden, Schweiz u. Jugosl.); 1928 KPD; Org.-Ltr. KJVD-Bez. Westsachs.; Jan. – Aug. 1929 Internat. Lenin-Schule in Moskau; danach Pol.-Ltr. einer Stadtteilltg. der KPD in Leipzig; dort 1929 Mitbegr. der Ges. der Freunde der UdSSR; 1931 – 33 Sekr. für Agit. u. Prop. in der Landesltg. Sachsen der KPD in Dresden, dann Leipzig; 24.5.1933 verhaftet, »Schutzhaft« im KZ Colditz u. U-Haft Dresden wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« zu eineinhalb Jahren Zuchthaus in Waldheim verurteilt; Sept. 1935 entlassen, Polizeiaufsicht; Arbeit u. a. als Parkettleger u. Betriebstischler, illeg. Arbeit; 1.9. 1939 erneut verhaftet, 1939 – 45 KZ Buchenwald.
1945 Mitgl. der Ltg. des KPD-UB Leipzig; Okt. 1945 Mitgl. der KPD-BL Sachsen; Sept. 1945 Landessekr. der Volkssolidarität; Mitbegr. u. Vors. des Antifa-Komitees Sachsen; 1946 Landessekr. der Volkssolidarität in Sachsen; 1946 – 48 Mitgl. des Landesvorst. Sachsen des FDGB, Ltr. des Sekr. für Schulung u. Bildung; 1948 1. Vors. des Landesvorst. Brandenb. (Nachf. von  Franz Moericke) u. Mitgl. des Bundesvorst. des FDGB; Mitgl. der Landesltg. der SED u. ihres Sekr.; 1949 – 52 Min.-Präs. des Landes Brandenb. (Nachf. von  Karl Steinhoff); 1949 Mitgl. des Dt. Volksrats, 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1952 – 58 1. Vors. des Rats des Bez. Dresden; 1958 MfAA; Febr. 1959 – Jan. 1963 Botschafter in Bulgarien (Nachf. von  Oskar Fischer); ab 1963 Abt.-Ltr. im MfAA (6. Europa-Abt.); 1968 aus gesundheitl. Gründen ausgeschieden; danach ehrenamtl. Tätigkeit auf außenpol. Gebiet u. in der Arbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora beim Komitee der Antifa. Widerstandskämpfer der DDR; 1966 VVO.

Publ.:  Das war Buchenwald. Leipzig 1945.
HME

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Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 4. November 1906 in Leipzig-Paunsdorf, Sohn eines Metallarbeiters; lernte Bau- und Möbeltischler. 1921 Mitglied der Arbeiterjugend, 1922 des Holzarbeiterverbandes, aus dem er 1930 wegen Organisierung eines wilden Streiks ausgeschlossen wurde. 1923 trat er der KJD, 1928 der KPD bei. Jahn wurde 1928 Orgleiter des KJVD-Bezirks Westsachsen und war von Januar bis August 1929 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Danach Polleiter der KPD-Stadtorganisation Leipzig, von Juni 1931 bis Anfang 1933 Agitpropsekretär der BL Sachsen. Von April bis November 1933 im KZ Colditz, am 24. Februar 1934 erneut verhaftet und am 13. April 1934 vom OLG Dresden zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt, die er in Waldheim verbüßte. Im September 1935 freigelassen, Bauarbeiter bei der Reichsautobahn sowie Parkettleger und Betriebstischler. Bei Kriegsausbruch am 1. September 1939 erneut festgenommen und bis 1945 im KZ-Buchenwald. 1945 Polleiter der KPD in Leipzig. Von September 1945 bis Frühjahr 1946 1. Landessekretär der Volkssolidarität Sachsen, 1946 bis 1948 Sekretär für Schulung und Bildung des FDGB Sachsen, ab Mitte August 1948 1. Vorsitzender des FDGB Brandenburg. Im Dezember 1949 wurde Jahn als Nachfolger von Carl Steinhoff Ministerpräsident des Landes Brandenburg. Nach Auflösung der Länder 1952 Vorsitzender des Rates des Bezirks Dresden, von Februar 1959 bis Januar 1963 DDR-Botschafter in Bulgarien, anschließend Leiter der 6. Europäischen Abteilung im Außenministerium. Er erhielt 1966 den VVO in Gold. Rudi Jahn starb am 30. September 1990.

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