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Jüchen, Aurel von

* 20.5.1902, † 11.1.1991
Landesjugendpfarrer in Mecklenburg, Opfer stalinistischer Repressionen

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Gelsenkirchen; Vater Ltr. einer Handelsschule; Gymnasium, 1922 Abitur; Studium (Werkstudent) der Germanistik u. Theol. an den Univ. Münster, Tübingen u. Jena; 1926 1. theolog. Examen, Lehrvikar in Meuselwitz; als Vikar 1928 Eintritt in die SPD u. in den »Bund der Religiösen Sozialisten Deutschlands« (BRSD); 2. theologisches Examen; 1929 – 32 Pfarrstelle in Mohrenbach (b. Arnstadt) (Thür.); 1932 Amtsenthebung durch die thür. Landeskirche wg. aktiven Engagements für die SPD; 1932 Mitgl. des Reichsvorstands des BRSD u. Aufbau des BRSD-Landesverb. in Westfalen; 1935 Pfarrstelle in Mecklenburg, Mitgl. des Bundes der national-sozialist. Pastoren Mecklenburgs; 1938 Anschluß an die Bekennende Kirche; Pfarrer in Rossow bei Netzeband; Hilfe für verfolgte Juden; 1939 – 45 Wehrmacht.
1945 Landesjugendpfarrer in Mecklenburg, Vertreter der ev. Jugend im FDJ-LV Mecklenburg; 1945 / 46 SPD / SED; Vors. des KB in Schwerin; vertrat ausdrücklich sozialdemokrat. Positionen u. geriet zunehmend in die Kritik der SED u. der sowj. Besatzungsbehörden; Dez. 1949 Ausschluß aus der SED; März 1950 Festnahme durch das NKWD in Schwerin, von einem sowj. Militärtribunal wg. »Spionage« zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, 1950 – 55 Haft im Lager Workuta, erkrankte schwer u. erlitt an den Stimmbändern irreparable Schäden; Ende 1955 Entlassung, Rückkehr nach Dtl.; lebte in West-Berlin; bis 1972 Tätigkeit als Strafanstaltspfarrer in Berlin-Plötzensee und am West-Berliner Frauengefängnis; gest. in Berlin.

Publ.: Wie die Hunde heulen. Die sowj. Wirklichkeit von unten betrachtet. Stuttgart 1958.
Sek.-Lit.: Peter, U.: Möhrenbach – Schwerin – Workuta – Berlin: A. v. J. (1902 – 1991). Ein Pfarrerleben im Jahrhundert der Diktaturen. Schwerin 2008.
AnH

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