Biographische Datenbanken

Kaiser, Ewald

* 25.9.1905, † 10.12.1992
KPD-Funktionär, »Säuberungs«-Opfer

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Dessau; Vater Buchbinder; Volks- u. Mittelschule in Dessau; ab 1919 Ausbildung zum Schriftsetzer; 1919 – 22 Mitgl. im Dt. Buchdruckerverb.; 1920 Mitgl. der SAJ; dann des KJV Dessau; ab 1921 Hilfsarb.; 1922 acht Mon. Haft wg. krimineller Vergehen in der Strafanstalt Coswig (Sachsen); 1923 Mitgl. im ZdA; Okt. 1924 Mitgl. der KPD in Dessau; ab 1924 Mitgl. der UB-Ltg. Dessau; 1925/26 Mitgl. der KJVD-BL Magdeburg-Anh., 1927 der BL Bochum, 1929 BL Ruhr; 1926 – 33 Müllfahrer in Herne; 1929 Mitgl. der erw. KPD-BL Ruhr; 1930 – 32 Betriebsrat in Herne; 1932 KPD-UB-Sekr. in Rheine; ab 1932 Abg. des Preuß. Landtags; ab Aug. 1932 Sekr.
der KJVD-BL Ruhr u. Mitgl. des ZK des KJVD; ab Mai 1933 Sekr. im ZK des illeg. KJVD; Febr. 1934 verhaftet, U-Haft in Berliner Gefängnissen, gefoltert; 1935 vom VGH zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt wegen »Vorber. zum Hochverrat« u. schwerer Urkundenfälschung; 1935 – 44 Haft in Berlin, Münster u. Gelsenkirchen, 1940 Strafgefangenenlager Oberems, 1944/45 KZ Sachsenhausen, auf dem Todesmarsch nach Schwerin von US-Truppen befreit.
1945/46 KPD-Org.-Sekr. der KPD-BL Ruhrgeb. in Herne; 1946 – 49 im KPD-LV NRW in Düsseldorf, dort 1949 – 51 Sekr. für Prop.; Juni 1951 Verhaftung durch das MfS in Berlin, U-Haft in Berlin-Hohenschönhausen; Aug. 1952 vom LG wegen »Verbrechens u. Vergehens gegen das Kontrollratsgesetz 10« zu fünf Jahren Haft verurteilt, 1954 vorzeitig entlassen; Arbeiter im VEB Textil in Burg (b. Magdeburg) u. ab 1955 Materialverbrauchsnormer im VEB Damenbekleidungswerk Leipzig; 1956 SED; 1958 Mitarb. des Dtl.-Senders; 1963 VVO; Sommer 1968 Mitarb. des in Dresden stationierten Propaganda-Senders »Moldau«, der vor allem in die Tschechoslowakei sendete; später Rentner; gest. in Berlin.

Sek.-Lit.: Leo, A.; Reif-Spirek, P.: Helden, Täter u. Verräter. Berlin 1999.
BRB

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Ch. Links Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
Ch. Links Verlag, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, Tel. 030- 44 02 32-0, mail@christoph-links-verlag.de

Zum Abkürzungsverzeichnis