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Kipping, Herwig

* 31.3.1948
Filmregisseur, Drehbuchautor, Zensuropfer

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Mayen (Krs. Naumburg); Vater Bauer, LPG-Vors.; 1954 – 64 Oberschule, Lehre als Betriebsschlosser, Abitur; 1967 – 72 Mathematikstudium an der HU Berlin, Abbruch, weil er nicht im Zentralamt für Statistik arbeiten will; 1972 – 75 NVA; Hilfsarbeiten; schreibt Gedichte, die nicht veröffentlicht werden; 1977 Volontär beim DFF; 1978 – 82 Regiestudium an der HFF in Potsdam-Babelsberg, 1982 Dipl.-Film »Hommage à Hölderlin«; SED; ab 1982 beim DFF im Bereich Publizistik, u. a. 1983 Filmporträt über eine Dachdeckerbrigade (»Sechs auf dem Dach«), weigert sich, geforderte Änderungen vorzunehmen, u. übt Kritik an der Informationspolitik, Kündigung u. Ausschluß aus der SED; 1984 – 89 freiberufl. Autor beim DEFA-Studio für Spielfilme; 1986 Meisterschüler bei  Heiner Carow; darf keinen seiner Filmstoffe in der DDR realisieren.
Erst 1990 / 91 wird der Spielfilm »Das Land hinter dem Regenbogen«, eine Abrechnung mit der DDR, realisiert, 1992 dafür Bundesfilmpreis (Filmband in Silber), 1993 »Novalis – die blaue Blume« (letzter Film der DEFA); 1994 Akteur in dem Dok.-Film »Die DEFA – Zwischen Utopie u. Wirklichkeit«; danach bisher wg. fehlender Finanzierung keine weiteren Filme; lebt in Berlin.

Sek.-Lit.: Ein Akt der Liebe (Werkstattgespräch). In: Film u. Fernsehen. Berlin 1991; DEFA NOVA – nach wie vor? Versuch einer Spurensicherung. Berlin 1993 (hrsg. von »Freunde der Deutschen Kinemathek e. V.«); Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg 1946 – 92. Berlin 1994 (hrsg. vom Filmmuseum Potsdam); Poss, I., Warnecke, P. (Hrsg.): Spur der Filme. Zeitzeugen über die DEFA. Berlin 2006.
ElS; IKF

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