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Klein, Manfred

* 20.7.1935, † 15.1.1981
CDU- und FDJ-Funktionär, Opfer stalinistischer Repression

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater Angest.; wg. Aktivität in der Kath. Jugend 1942 für kurze Zeit von der Gestapo verhaftet; August 1943 Wehrmacht, 1944 bei Sewastopol schwer verletzt, ca. ein Jahr lang in versch. Lazaretten; gleichzeitig Germanistikstudium an der Univ. Breslau; Apr. 1945 sowj. Kriegsgef.
Aug. 1945 Besuch der Antifa-Schule des NKFD in Rüdersdorf (b. Berlin); ab Sept. 1945 auf Anregung von Bischof  Konrad Graf von Preysing Vertreter der kath. Jugend im zentralen Jugendaussch. der SBZ, Dezernent für Kulturarb. im Zentraljugendaussch.; Nov. 1945 CDU u. Vors. der Jungen Union Berlin-Prenzlauer Berg; Febr. 1946 Redner der Jugend auf der ersten zentralen KPD-Kulturtagung, sprach sich für freiwilligen Religionsunterricht aus u. würdigte den Widerstand von Katholiken u. Protestanten gegen das NS-System; 1946 Stud. an der HU Berlin; Gründungsmitgl. der FDJ, Mitgl. u. bis 8.10.1946 Sekr. des ersten FDJ-Zentralrats; zus. mit  Georg Wrazidlo Aufbau der CDU-Hochschulgr. an der HU Berlin; Mitgl. des Studentenrats u. dessen Pressereferent; 1946 Gründung einer kath. Presseagentur; nach wiederholter Kritik am monopolist. Machtanspruch der Kommunisten am 13.3.1947 von der sowj. Besatzungsmacht zus. mit G. Wrazidlo u. a. wg. »Spionage« verhaftet; U-Haft im GPU-Keller Berlin-Prenzlauer Berg so-
wie in Potsdam u. Berlin-Hohenschönhausen; 13.12.1948 vom Sowj. Militärtribunal Berlin-Lichtenberg zu 25 Jahren »Besserungs- u. Arbeitslager« verurteilt; anschl. Haft in Bautzen I (»Gelbes Elend«), dort im März 1950 beteiligt an Hungerstreiks u. Unruhen, anschl. als angebl. Rädelsführer nach Torgau verlegt; 27.6. 1955 Bestätigung des Urteils durch sowj. Organe; nach Einsatz von Probst  Heinrich Grüber Verringerung der Strafe auf 15 Jahre; 19.10.1956 Entlassung in Folge des XX. KPdSU-Parteitags, im Gegenzug für K.s Begnadigung Entlassung des komm. Funktionärs Jupp Angenfurth aus einem westdt. Gefängnis.
Nov. 1956 Flucht nach West-Berlin; Jura-Studium an der FU Berlin; 1959 – 63 für die CDU MdA Berlin (West); anschl. Referent bei der Bundeszentrale für polit. Bildung, gest. in Bonn.

Publ.: Jugend zwischen den Diktaturen 1945 – 1956. Mainz 1956.
Sek.-Lit.: Kowalczuk, I.-S.: M. K. In: Ders., Sello, T. (Hrsg.): Für ein freies Land mit freien Menschen. Opposition u. Widerstand in Biographien u. Fotos. Berlin 2006.
ISK

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