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Kneifel, Josef

* 15.11.1942
»Panzersprenger von Chemnitz«

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Weißig (Niederschl.); Eltern Gewerbetreibende; aufgew. bei Pflegeeltern in Sachsen; Pflegevater KPD-Funktionär; Lehre als Fleischer, später als Dreher; 1957 – 63 FDJ; freiw. Helfer der VP; Kand. des MfS-Wachregt.; 1968 Protestflugblätter gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die ČSSR; ab 1972 mehrere Ausreiseanträge; 1975 erste Verurteilung wegen »Staatsverleumdung« zu zehn Mon. Freiheitsentzug, anschl. Schikanen durch staatl. Behörden; nach dem Einmarsch der Roten Armee in Afghanistan Beteiligung an einem Sprengversuch des sowj. Panzermonuments in Karl-Marx-Stadt (9.3.1980); 18.8.1980 gem. mit Ehefrau u. Sohn verhaftet; Verurteilung zu lebenslängl. Haftstrafe, auf die Urteilsverkündung reagiert J. K. mit dem Ausruf: »Genug den Namen des Volkes mißbraucht, ihr Lakaien!«; 1981 – 87 überwiegend in Isolationshaft, u. a. in Brandenb., im Haftkrankenhaus Meusdorf u. im Arrestkeller des Gesonderten Kommandos der Strafvollzugseinrichtung Bautzen I; nach Schikanen u. Mißhandlungen schwere gesundheitl. Schäden; Freilassung u. Abschiebung in die Bundesrep. Dtl. im Rahmen eines Agenten / Dissidenten-Austauschs im Juli 1987.
Lebt in Nürnberg; autobiogr. Bericht in »Stalins DDR – Berichte pol. Verfolgter«. Leipzig 1991; im Umfeld der als rechtsextremist. angesehenen Hilfsorgan. Nationaler Gefangener (HNG) aktiv.

SiF

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