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Koelle, Fritz

* 10.3.1895, † 4.8.1953
Bildhauer

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Augsburg; Vater Schlossermstr.; ab 1906 Staatl. Realschule; 1909 – 12 Lehre als Spengler, Schulen in Augsburg, Schwäbisch Gmünd u. Berlin; 1913 – 14 Studium an der Münchner Kunstgewerbeschule bei Friedrich Wanderé; 1914 – 18 Kriegsfreiw.; danach bis 1924 Studium der Bildhauerei bei Hermann Hahn an der Münchner Akad. der bildenden Künste; 1923 Mitgl. der Münchner Neuen Sezession; mehrere Reisen ins Saargeb., der dortige Kontakt zu Arbeitern wird zur Grundlage für das spätere Sujet des Bergarb. im Werk von F. K.; 1927 Ausstellung (mit Max Liebermann u. Käthe Kollwitz) in der Preuß. AdK Berlin; 1932 Reise in die UdSSR; Konflikt mit der NSDAP-Stadtratsfraktion München wegen angebl. »bolschewist. Kunstauffassung«, Fürsprache u. a. durch Wilhelm Pinder; seit 1937 mit an die Ästhetik der NS-Zeit angepaßten Skulpturen auf den Großen Dt. Kunstausstell. in München vertreten; Teiln. an Ausstellungen im In- u. Ausland; 1937 Westmark Preis; größere Auftragsarbeiten.
1946 von amerik. Besatzungsmacht als »pol. Verfolgter« anerkannt; bis 1948 ansässig in München-Geiselgasteig; KPD; 1947 Atelierbesuch von  Wilhelm Pieck u.  Otto Grotewohl, Erwerb der Figur »Hüttenarb.« 1947 für den Sitzungssaal des Parteihauses, weitere Erwerbungen wegen der Teiln. an Ausstellungen u. Auftragsarbeiten in der NS-Zeit zurückgestellt; parallele Bemühungen um eine Professur in München bzw. Berlin; 1949 von  Helmut Holtzhauer zum Ltr. der Abt. Plastik an die HS für bildende Kunst Dresden berufen; ab 1950 dort Dekan; 1950 Prof. an der HS für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee; 1950 u. 1952 jeweils erfolglose Teiln. am Wettbewerb um ein Thälmann- bzw. ein Marx-Engels-Denkmal; 1952 mit einer Bildhauerdelegation Reise in die UdSSR; 1953 Beteiligung an der 3. Dt. Kunstausstellung in Dresden; gest. im Zug von München nach Berlin.
Werke: Bergarb. 1931; Hüttenarb. 1928; Blockwalzer. 1929; Inferno. 1946; Konzentrationär. (Denkmal des unbekannten Häftlings, aufgestellt vor dem Krematorium des KZ Dachau) 1950; Der Friedenskämpfer. 1951; Karl-Marx-Büste 1952.

Sek.-Lit.: Dokumente zu Leben u. Werk des Bildhauers F. K. (1895 – 1953). Germanisches Nationalmuseum Nürnberg 1978; Schirmbeck, P.: Adel der Arbeit. Der Arbeiter in der Kunst der NS-Zeit. Marburg 1984; Davidson, M. G.: Kunst in Dtl. 1933 – 45. Eine wiss. Enzyklopädie der Kunst im Dritten Reich. Tübingen 1988; Vierneisel, B.: F. K. – »Der Gestalter des dt. Berg- u. Hüttenarbeiters«. In: Kunstdokumentation SBZ/DDR. Hrsg. E. Gillen, G. Feist u. B. Vierneisel. Köln 1996.
AnS

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